französischsprachiger Vorstoss / la marche impérialiste francophone dans la partie germanophone en Belgique

la région germanophone et les Voeren (Forons / Fourons) face aux racistes wallons francisés ou aux renégats

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Andreas Fickers (Hrsg.), Zwischen den Zeilen / Die Geschichte des Kreisblattes für den Kreis Malmedy und der St. Vither Volkzeitung / 1866-1940, Brüssel 2008

 

(S.125) (1919-1925) Das Blatt ‘La Semaine’ verstand sie als Vertreterin der wallonischen Minderheit und stand der katholichen Zentrumspartei nahe. Die Zeitung aus dem Kreis Malmedy eschien teils in französischer, teils in wallonischer Sprache. Ihre Auflage belief sich in einem Gebiet von ca. 10.000 wallonisch-sprechenden Bewohnern auf ca. 1500.

 

(S.164)

b.  ,,Den Versuchen, die deutsche Sprache zu unterdrücken oder gar zu verdrängen, müssen wir im Sinne unserer Existenz energisch entgegentreten. » – 333 Die Sprache –

 

Ähnlich verhält es sich mit der Bewertung der deutschen Sprache. In ihrer Hervorhebung als Muttersprache besitzt sie im Konzept des positiven Heimatstereotys einen hohen Stellenwert.334 Bei der Analyse der Zeitung fällt die Betonung der Sprache als signifîkantes Merkmal in der Berichterstattung Doepgens auf. Sei es die ,,Wahrung des Plattdeutschen als einziges Zeichen der Heimat »335 oder der Aufruf zur ,,Pflege der heimischen Mundart »336. Bei letztgenanntem Artikel bezieht er sich auf einen Erlass des Ministers fur Wissenschaft, Kunst und Volksbildung des deutschen Reiches, zur Förderung der heimischen Mundart in den deutschen Schulen. Dieser Meldung ist somit eine doppelte Aussage zuzuschreiben, zum einen die ôffentliche Ignorierung der neuen Machtverhàltnisse, zum anderen die bewusste Aufrechterhaltung der traditionalen Sprachwurzeln.

In einem Bericht zur Fahnenweihe in Rodt lobte Doepgen besonders die Aufrechterhaltung der Tradition und der Sitte, ,,was aber noch viel wichtiger ist, das ist die Feststellung, dass das deutsche Lied einen sicheren Hort bei ihnen (Junggesellenverein Rodt und Gesangverein Rodt) gefunden hat. »337 Àhnlich wie in Rumanien môchte der Herausgeber der Zeitung, dass die deut­sche Sprache in Belgien anerkannt wird. Er berichtete:

,,Infolge einer Interpellation des siebenbürgischen Abgeordneten Rudolf Brandsch ist die deutsche Sprache vom rumânischen Kammerprâsidenten als gesetzlich anerkannt worden. »338

 ,,…im freien Belgien müssen jedem deutschsprechenden Belgier in Betreff der Sprache dieselben Rechte zustehen wie jedem Wallonen oder Flamländer… »339 Im Zusammenhang mit einer Firmung forderte Doepgen den belgischen Staat auf zur Dreisprachigkeit des Landes zu stehen. Die Förderung nach der Beibehaltung der Muttersprache wurde unterstrichen mit Sinnsprüchen zur Mutter: ,,Kein Fullhorn, das von allen Schätzen regnet, ist reicher als die Mutterhand gesegnet. (Anastasius Grün) » und ,,Der Himmel ist zu Füssen der Mutter. »340

 

333 Malmedy-St.Vither Volkszeitung, 23.08.1924.

334 Vgl. GREVERUS, Idem, S. 70.

335 Malmedy-StVither Volkszeitung, 01.01.1921.

336 Malmedy-St.Vither Volkszeitung, 21.01.1920.

337 Malmedy-St.Vither Volkszeitung, 02.06.1923.

338 Malmedy-StVither Volkszeitung, 19.02.1921.

339 Malmedy-St.Vither Volkszeitung, 19.07.1924.

340 Beide Malmedy-St.Vither Volkszeitung, 30.07.1924.

 

(S.165) Im August konnte Doepgen ùber eine Versammlung zur Angliederungsfrage berichten, in deren Mittelpunkt die Erhaltung der deutschen Sprache stand.341 Nach dem Verlust des Vaterlandes fùrchtete man nun um die Muttersprache. Noch im gleichen Monat fand eine zweite Volksversammlung in St.Vith statt, auch deren zentrales Thema war die ,,Beibehaltung der Muttersprache. »342 Ganzseitig auf dem Titelblatt wurde in sachlicher Darstellung die geschichtliche Entwicklung der deutschen Sprache in Altbelgien aufgezeigt. Der Autor forderte die Umsetzung eines Gesetzes von 1830, dass die flämische und deutsche Sprache mit der französischen gleichsetzt. Gleichzeitig kritisierte er den Entwurf des aktuellen Brüsseler Gesetzes, da dieses keinen deutschsprachigen Unterricht an den Schulen vorsah und die Beamten nicht verpflichtete deutsch zu sprechen. ,,Den Versuchen, die deutsche Sprache zu unterdrücken oder gar zu verdrângen, mûssen wir im Sinne unserer Existenz energisch entgegentreten. » Zum Ende seiner Rede hin verknüpfte er die zukünftige Sprachenregelung mit dem Ausgang der Volksbefragung. Grundlage der Befragung sei die Proklamation Baltias gewesen, in der versprochen wurde, die deutsche Sprache ,,unberuhrt » zu lassen. Würde dieses Versprechen nicht eingelöst, so fühle man sich an die Befragung nicht mehr gebunden und hätte nun einen stichhaltigen Grund sie vor dem Völkerbund anzufechten. Nach dem Verlust des Vaterlandes wurde die Beibehaltung der Sprache zu einer existentiellen Angelegenheit. Vor dem Hintergrund der Diskussion um den Zusammenhang von Nationalität und Sprache um die Jahrhundertwende lassen sich auch dièse Artikel aïs verdeckte Voten fur eine Rückkehr zum deutschen Staat lesen, die aber aufgrund ihrer vordergründig allgemeinen Aussage nicht fur die Zensur greifbar gewesen sein durften. Claus Ahlzweig343 beschäftigt sich in seiner Arbeit ,,Muttersprache – Vaterland » mit dem Stellenwert von Sprache im komplexen System der Nationsbildung. Er weist darauf hin, dass die Ideologisierung des Begriffs der Mutter­sprache in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts statt fand. Der so genannte Muttersprachunterricht der Volksschule batte die Aufgabe Kulturtechniken zu vermitteln, aber auch national gesinnte Menschen zu produzieren. In den nach 1871 kursierenden Schriften zur Muttersprache wurden alle Facetten des Beg­riffs beleuchtet: das Wesen der deutschen Sprache, die Überlegenheit der Muttersprache gegenûber anderen Sprachen und besonders die Bedeutung der Geschichte der Muttersprache fur die Nationwerdung der Deutschen. Mutter­sprache und Nation ergaben so eine untrennbare Einheit.

 

341 Malmedy-StVither Volkszeitung, 06.08.1924.

342 Malmedy-St.Vither Volkszeitung, 23.08.1924.

343  Vgl. AHLZWEIG C., Vaterland-Muttersprache, Die deutsche Nation und ihre Sprache, Opladen, 1994, S. 169/170. Die Zugehôrigkeit der Region zum deutschen Reich fiel in die Zeit der Nationalisierung, der Sprache kam als Teil des nationalen Bewusstseins eine besondere Bedeutung zu; vgl. WEHLER H. U., Nationalismus. Geschichte, Formen, Folgen, Munchen, 2001. S. 48/49.

 

(S.173) VI.  SCHLUSSBETRACHTUNG

 

Welche Rückschlüsse können wir jetzt aus der Malmedy-St.Vither Volkszeitung für den Zeitraum 1919-1925 bezüglich ihrer Rolle beim Wechsel des Vaterlandes ziehen?

 

Man kann festhalten, dass Doepgen trotz Zensur in der Lage war Plattform für die deutschtreue Gesinnung des grössten Teils seiner Zeitgenossen zu sein. Deutlich wurde das durch zahlreiche positive Aussagen im Zusammenhang mit dem Deutschtum, aber auch durch die Berichterstattung zur Rheinlandbewegung und dem gesamten journalistischen Schwerpunkt, den er in Deutschland setzte.

(S.189) Nach der Abtretung an Belgien vermutete das Gouvernement einen deutschen Einfluss in der deutschsprachigen Presse Eupen-Malmedys, der die Assimila­tion der Neubelgier beeinträchtige oder gar verhindere. Aus diesem Grund strebte Baltia die Grundung einer deutschsprachigen, aber probelgischen Zeitung an, was allerdings erst 1927 mit der Grundung des ,,Grenz-Echo » verwirklicht wurde. Das katholische, pro-belgische Blatt bildete einen Gegenpol zu den übrigen, fast ausnahmslos prodeutschen, d.h. revisionistischen Blättern.49 (S.190) Es wurde bald zum Organ der Katholischen Partei Altbelgiens, die neubelgische Bevölkerung allerdings betrachtete es mit Misstrauen. Mit der Machtergreifung Hitlers wurde das Grenz-Echo zum entschiedenen Gegner der heimattreuen Bewegung, ab 1936 der Heimattreuen Front, und bot die Möglichkeit zur Stellungnahme gegen den Nationalsozialismus.50 Allerdings schrieb Stommen im Jahr 1939, die Gesamtauflage der heimattreu­en Presse betrage 11.000 Stück, die sich zusammensetzten aus den Auflagen der Eupener Zeitung (3000), den Eupener Nachrichten (3000), der 1937 gegründeten Malmedyer Zeitung (2000) und der St.Vither Volkszeitung (3000).51 Das Grenz-Echo war also das alleinige Gegengewicht zur ûberlegenen heimattreuen Presse, die sich mit dem Deutschtum identifizierte, und die aus diesem Grund sowohl seitens des Grenz-Echo als auch seitens belgischer Regierungskreise immer wieder mit dem Vorwurf belastet wurde, fïnanzielle Unterstiitzung vom VDA (Volksbund für das Deutschtum im Ausland) zu erhalten.

 

Der Stellenwert der hier im Fokus der Betrachtungen stehenden Zeitung ergibt sich einerseits aus ihrer Publikation in St.Vith, was regional andere Einblicke liefern kann als die Eupener Zeitungen, die dem Aachener Raum – und damit Deutschland – nâher waren aïs der durch das Venn abgetrennte Süden. Aufschlussreich ist das Kreisblatt / die St.Vither Volkszeitung aber vor allem, da durch den Eindruck der Gemeinsamkeit des Schicksals (mit der Abtrennung von Deutschland) und des Betroffenseins von bedeutenden politischen und wirtschaftlichen Veränderungen ein enges Verbundenheitsgefühl – eine ,,imagined communiry »52 bzw. kollektive Identität – zwischen den Bewohnern des Kreises und auch zwischen den Lesern und ihren Lokalzeitungen entstand.53 Die Volkszeitung schrieb 1929, die heimattreue Presse sei ,,mit der annektierten Bevölkerung schicksalsverbunden ».54 Entscheidend ist, inwiefern die St.Vither Volkszeitung aïs Teil der Eupen-Malmedyer ,,Schicksalsgemeinschaft » Einfluss auf die (kollektive) Identitàt der Bevölkerung nahm, oder die­se Identitàt widerspiegelte, die durch die zahlreichen politischen und gesell-schaftlichen Verànderungen, denen die Menschen ausgesetzt waren, immer wieder neu verhandelt werden musste.

 

49  Vgl. LEJEUNE, Sich mitteilen, S. 139.

50 Vgl. ROSENSTRÀTER, Deutschsprachige Belgier, Bd. 1, S. 134.

51  Vgl. STOMMEN, Die Presse Eupen-Malmedys, S. 41.

52 ,,Imagined community » nach ANDERSON B., vgl. dazuKapitel 3.1.

53  Die begriffliche Klärang bzw. genauere Einordnung dieses Verbundenheits- oder Gemeinschaftsgefuhls folgt im Kapitel 3.1.

54 Malmedy-StVither Volkszeitung, 11.05.1929.

 

(S.194) Nach dem ersten Weltkrieg führten die Ortskommandanten der Bestaeungsarmee in Eupen-Malmedy eine Militärzensur ein, sodass die Malmedy-St.Vither Volkszeitung 1919 (S.195) zunâchst die Zeile ,,Erscheint mit Erlaubnis der britischen militàrischen Behôrde », und ab dem 20.08.1919 ,,Erscheint mit Erlaubnis der belgischen militàrischen Behôrde » über dem Zeitungskopf führte. Mit Regierungsantritt des Gouverneurs Baltia im Jahr 1920 wurde die sonntägliche Veröffentlichung der Dekrete des Gouvernements in der Malmedy-St.Vitrier Volkszeitung angeordnet.74 Eine weitere Informationsquelle der Malmedy-St.Vither Volkszeitung (und der anderen Blätter der Region) waren die reichsdeutschen, vor allem die Aachener und Kôlner Zeitungen, doch wa­ren dièse, so wie auch die Nachrichtenbùros, nach dem Ersten Weltkrieg nur noch begrenzt nutzbar: während der Besatzungszeit wurde die Übermittlung von Nachrichten durch das WTB oder andere Buros durch die schlechten Telefon-, Post- und Telegraphenverbindungen behindert. Hinzu kam, dass ab 1920 unter Baltia feste Abonnements bei reichsdeutschen Nachrichtenbùros untersagt waren.75 In der Malmedy-St.Vither Volkszeitung ist zu erkennen, dass der Verleger sich daraufhin auf die Agenturen Havas und Reuter als Er­satz verlassen musste. Die schlechten Postverbindungen nach dem Ersten Weltkrieg verursachten ebenfalls eine nur unregelmässige Versorgung der Eupen-Malmedyer Zeitungsverleger mit reichsdeutschen Presseerzeugnissen; hinzu kamen die Verbote mancher deutscher Zeitungen in der Région.76 Mit Einrichtung des Gouvernements Baltia bildeten belgische Zeitungen eine neue Quelle fur Informationen zu den staatlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Institutionen Belgiens, und zu einem gewissen Masse auch zu den die Région betreffenden Massnahmen. So griff auch Hermann Doepgen während der Zeit der Übergangsregierung verstärkt auf belgische Zeitungen, wie z.B.  die deutschsprachige altbelgische ,,Fliegende Taube », die ,,Libre Belgique », ,,Gazette de Liège » oder ,,Le Soir » zuriick.77 Auch die Baltia nahestehende und aus diesem Grund von der deutschtreuen Presse oft kritisierte ,,La Warche » wurde wegen ihres, aus ihrer Zusammenarbeit mit dem Gouverneur resultierenden, Informationsvorsprunges als Quelle genutzt. Im November 1921 wurde dann das Postbezugsverbot fur reichsdeutsche Zeitungen aufgehoben.78 Die Androhung von Zeitungsverboten durch das Gouvernement Baltia wurde fur die Malmedy-St.Vither Zeitung im November 1924 zur Realität: Im Rahmen der Diskussion über die Volksabstimmung vermittelte sie entgegen der Anordnung Baltias wiederholt die Meinungsbeitràge eines sich als ,,Rufer in der Wüste » bezeichnenden StVithers, der eine unbeeinflusste Wiederholung

 

74 Fur den französischsprachigen Bevölkerungsteil des Kreises Malmedy erfolgte die Veröf­fentlichung in ,,La Warche », fur den Kreis Eupen im ,,Correspondenzblatt Eupen », vgl. KAUFMANN, Der Kreis Malmedy, S. 188.

75 Vgl. CHRISTMANN, Presse undgesellschaftliche Kommunikation, S. 114.

76 Vgl. CHRISTMANN, Presse und gesellschaftliche Kommunikation, S. 115.

77 Vgl. z.B. 15.01.1921, 11.03.1922.

Vgl. CHRISTMANN, Presse und gesellschaftliche Kommunikation, S. 116.

 

(S.196) der Volksbefragung forderte. Daraufhin wurde das Blatt vom 25. November bis 8. Dezember verboten.

 

(S.212) Die Popularität des Krieges in der deutschen Bevölkerung, die sich einig war in dem Ziel, den Gegner der deutschen Einheit zu besiegen, ist auch in den Grenzkreisen festzustellen. Man beschowr die Erinnerung an die Freiheitskreige von 1813-1815, und so wie damals gegen Napoleon I. gekämpft wurde, (S.213) so zog man nun gegen seinen Neffen Napoleon III. und die Nation, die er anführte, zu Felde.165

 

„[.. .] Du suchest Deutsche Einheit, / Mein guter, Deutscher Mann?

Wohlan, geh hin nach Frankreich, / Dort triffst Du sie schon an. […]

Geh hin und siehe bauen/ Den Deutschen Kaiserthron.

Sieh wie sie bau’n die Deutschen/ Aus Eisen und aus Blut

Ein neues ein’ges Deutschland / Zum Trotze Gallien’s Blut. [.. .] »166

 

Die Bevölkerung des Kreises Malmedy stand augenscheinlich ebenso hinter dem Krieg und der Reichsgriindung wie die restliche Reichsbevölkerung, und besonders mit dem Sieg in der Schlacht von Sedan am 2.September 1870 wuchs die Begeisterung noch mehr. In Deutschland wurde dieser Sieg als weltgeschichtliche Wende und als Gottesurteil empfiinden.167 Auch das Kreisblatt berichtete in diesem Sinne.

,,Welch ein ergreifender Augenblick! So ruft das deutsche Volk mit König Wilhelm aus, nicht blos angesichts der Begegnung bei Sedan, sondern im Hinblick auf das ganze grossartige Walten Gottes in die­sem Moment deutscher Geschichte. […]

Diese endlich erreichte Einigung aller deutschen Stamme und Staaten hat in den glorreichen Erfolgen dieser Tage eine so erhabene Krönung und Weihe gefunden, dass das deutsche Volk daraus vollends das erhebende Bewusstsein entnehmen darf, was es in seiner Einheit ist und vermag.168

 

165 Vgl. WINKLER, Heinrich August, Deutsche Geschichte vom Ende des Alten Reiches bis zum Untergang der Weimarer Republik, Bonn 2000, S.205 (im Folgenden: WINKLER, Deut­sche Geschichte).

166 Kreisblatt fur den Kreis Malmedy, 29.10.1870, Nr. 87, Jg.5.

167 Vgl. WINKLER, Deutsche Geschichte, S.206.

168 Kreisblatt fllr den Kreis Malmedy, 10.09.1870 Nr.73, Jg.5.

 

(S.226) Franktireurs-Propaganda

 

Wilde Gerüchte über das ‘Franktireurssunwesen’ steigerten die Anspannung der deutschen (S.227) Soldaten, und ein Grossteil marschierte mit der Furcht vor hinterlistigen Heckenschützen und Franktireurs in Belgien ein.226 Doch nicht nur dièse ,,mentale Prädisposition » sondern auch die Bedingungen des modernen Krieges, d.h. Infanteriewaffen mit einer grossen Reichweite, die eine Identifîzierung der Schützen unmöglich machten, und eine geschickte Rückzugstaktik des belgischen Heeres liessen die deutschen Soldaten die Existenz von Franktireurs annehmen.227 Die sogenannte ,,Franktireurs-Psychose », wie dieses Phänomer später bezeichnet wurde, liess die Deutschen hinter jedem Busch und jedem Haus heimtückische Freischärler vermuten, die sich nur durch drakonische Strafmassnahmen abschrecken liessen.228 In der Realität setzte die belgische Bevölkerung der deutschen Invasion kaum Widerstand entgegen229, und in Wirklichkeit gab es 1914 keine Franktireurs, doch existierten sie in der Vorstellung der deutschen Truppen, die infolgedessen Gewalttaten gegen belgi­sche Zivilisten begingen. Es kam gegenüber der belgischen Zivilbevölkerung zu völkerrechtswidrigen Exekutionen und Gewaltmassnahmen; in Aerschol erschossen die Deutschen 156 Zivilisten, in Andenne circa 200, und in Tamines trieben deutsche Soldaten 400 Menschen zusammen und eröffneten das Feuer auf die Menge, in dem 257 Menschen starben. Das grösste dieser Massaker erfolgte in Dinant, einem Ort nahe der belgisch-französischen Grenze: dort wurden über 600 Menschen getötet.230 Dies wurde deutscherseits damit rechtfertigt, dass man (von Franktireurs) beschossen worden sei. Hierbei handelte es sich aber wohl tatsächlich um Schüsse französischer Soldaten von der anderen Seite der Maas.231

Der wohl bekannteste Fall ist der Löwens, in dem nach nächtlichen Geräuschen von Gewehrschüssen deutsche Soldaten das Feuer erwiderten und schliesslich mehrere Deutsche tot aufgefunden wurden. Die deutschen Trup­pen griffen daraufhin die Bevölkerung an. In den folgenden Tagen des ,,Strafgerichts über Löwen » wurden circa 200 belgische Zivilisten getötet, Teile der Stadt zerstört und die berühmte Bibliothek der Stadt brannte ab.232

 

,,Löwen dem Erdboden gleich gemacht. Berlin, 28.August. Ueber die Zerstörung von Löwen, die wegen Schiessens der Einwohner auf deutsche Truppen erfolgte, meldet der Kriegsberichterstatter der Vossischen Zeitung: Zur gleichen Stunde überschüttete plötzlich die Be­völkerung von Löwen, die bisher friedlich gewesen war, aus allen Fenstern, aus den Kellern und von den Dächern herab die in den

 

226 Vgl. VAN YPERSELE, Belgien, S. 46f.

227 Vgl. KRAMER, Franktireur, S. 501. ‘

228 Vgl. LEJEUNE, Die deutsch-belgischen Kulturbeziehungen, S. 50.

229 Vgl. STRACHAN H., Der Erste Weltkrieg. Eine neue illustrierte Geschichte, Munchen, 2003, S. 73 (im Folgenden: STRACHAN, Der Erste Weltkrieg).

230 Vgl. SCHIVELBUSCH W., Die Bibliothek von Löwen. Eine Episode aus der Zeit der Weltkriege, Munchen, Wien, 1988, S. 14f. (im Folgenden: SCHIVELBUSCH, Lôwen).

231 Vgl. STRACHAN, Der Erste Weltkrieg, S. 75.

232 Vgl. VAN YPERSELE, Belgien, S .45.

 

(S.228) Strassen befindlichen ahnungslosen deutschen Wachen, Kolonnen und durchmarschierenden Truppen mit Gewehr- und Pistolenfeuer. Es entwickelte sich dann ein fürchterliches Handgemenge, an dem sich die gesamte Zivilbevölkerung beteiligte. Unseren Soldaten gelang es in kürzester Zeit, der rasenden Bevölkerung Herr zu werden. Leider ist auch bei dem hinterlistigen Ueberfall viel deutsches Blut geflossen. Das Gebot der Selbsterhaltung verlangte hier, dass die schwere Schuld, die die Stadt Löwen auf sich geladen hat, sofort und unnachsichtlich ihre Sühne fand, und so dürfte die alte, an Kunstschätzen reiche Stadt heute nicht mehr sein. Es unterliegt keinem Zweifel: Der Ueberfall in Löwen war behördlich organisiert. […] Es ist anzunehmen, dass die Belgier nunmehr zur Vernunft kommen und dass diese letzte Lehre ihnen die Lust zur Fortsetzung des Franktireurkriegs genommen hat. »233

 

Die Volkszeitung, die ganz der deutschen Kriegspropaganda und Zensur unterlag, vermittelte das dementsprechende Bild der ,,hinterlistigen » belgischen Bevölkerung, die einen Franktireurkrieg gegen die deutschen Truppen fuhre. Die Zerstörung Löwens wurde als vollkommen gerechtfertigt dargestellt. Im Falle von Löwen ist die wahrscheinlichste Erklärung, dass deutsche Solda­ten, von Alkohol und Franktireurs-Vorstellungen benebelt, sich in der Dunkelheit gegenseitig fur Franktireurs hielten und aufeinander schossen.234 Die Zerstörung Löwens, einer europaweit bekannten Kulturstadt, fuhrte zu einer Distanzierung der Welt von Deutschland und einer Mobilisierung der Entente-Propaganda.235 Die Volkszeitung (als Teil der deutschen Presse) stellte englische und französische Berichte jedoch als Unwahrheiten dar: ,,Die Engländer und Franzosen erfüllen die Welt mit lügnerischen Berichten ûber deutsche Grausamkeiten. Auf jede deutsche Darstellung des wahren Sachverhalts setzen sie sofort eine neue Unwahrheit. »236 Auch in einer in der Volkszeitung abgedruckten Mitteilung des Reichskanzlers an die Vertreter der ,,United Press » und der ,,Associated Press », die das Ausland über die ,,Lügenhaftigkeit » der ,,niederträchtigen » Berichte über Anlass des Krieges und die deutsche Kriegführung aufklären sollte, wurde betont, England habe einen ,,Feldzug der Lüge » gegen Deutschland ,,eröffnet ». Die englische Regierung erzähle ihren Landsleuten, dass ,,deutsche Truppen belgische Dörfer und Städte niedergebrannt haben », dabei aber verschweige sie ,,dass belgische Mädchen wehrlosen Verwundeten auf dem Schlachtfelde die Augen ausgestochen ha­ben. »

 

233  Malmedy-St.Vither Volkszeitung, 02.09.1914.

234 Vgl. SCHIVELBUSCH, Lôwen, S. 15.

235 Vgl. SCHIVELBUSCH, Lôwen, S. 26.

236 Malmedy-StVither Volkszeitung, 09.09.1914.

 

(S.238) In Eupen gab es keinerlei Anzeichen dafür, dass die Bevölkerung einen Wechsel der Staatsangehôrigkeit wunschte283, und der bäuerliche Teil der Re­gion (und Malmedy und St.Vith) war vorwiegend prodeutsch eingestellt, auch da landwirtschaftliche Produkte in Deutschland besser abzusetzen waren. Im Kreis Malmedy wohnte nur eine geringe Zahl von Arbeitern, die aber auf­grund der grosszügigeren deutschen Sozialfürsorge ebenfalls eher prodeutsch waren; die Arbeiter des Kreises Eupen, die grösstenteils in der Aachener bzw. Stolberger Industrie arbeiteten, waren folglich radikal prodeutsch einge­stellt.284 Ab dem 23. Januar 1920 (bis Juli) gab es fur die wahlberechtigten Einwohner der Kreise Eupen und Malmedy die Möglichkeit, sich in Listen einzutragen, um so ihre Wünsche zu âuBern, ob das Gebiet entweder komplett

 

Vgl. DOEPGEN, Abtretung des Gebietes von Eupen-Malmedy, S. 110.

282 Malmedy-St.Vither Volkszeitung, 22.10.1919.

283  Vgl. DOEPGEN, Abtretung des Gebietes von Eupen-Malmedy, S. 76.

284 Vgl. DOEPGEN, Abtretung des Gebietes von Eupen-Malmedy, S. 91.

 

(S.239) oder teilweise unter deutscher Souveränität bleiben sollte. Es wurden zwei Listen ausgelegt, eine in Eupen und eine in Malmedy, die wochentags für fünf Stunden und Feiertags fur drei Stunden geöffnet waren.285 Diese Verfahrensweise brachte es mit sich, dass viele potentielle Wähler kaum die Möglichkeit hatten, sich in die Listen einzutragen, da sie entweder durch die zu grosse Entfernung oder aber durch die begrenzten Öffnungszeiten daran gehindert wur­den.286 Eben diese Umstände der Volksbefragung wurden im Nachhinein wiederholt kritisiert und dienten als Argumente fur eine Ungültigkeit des Ergebnisses, da

,,es für die Bewohner vicier Ortschaften nur möglich war, zur Abstimmung zu gehen, wenn sie sich einen bis anderthalb Tage auf Reisen nach Malmedy begeben hatten; ganz abgesehen davon, dass sie damals wegen der Besatzung wirklich nicht den Mut dazu hatten »287

 

Die Distriktkommissare Xhaflaire und Schnorrenberg hatten die Aufsicht über die Listen, Eintragungen waren nur in ihrer Anwesenheit möglich.288 Abstimmungswillige wurden von den Kommissaren durch längere Befragungen uber die Gründe ihres Protestes und auch durch Überredung, bürokratische Einwände oder gar durch Drohungen an der Abgabe ihrer Stimme gehin­dert.289 Der Kreis der Personen, die berechtigt waren an der Volksabstimmung teilzunehmen, umfasste 33.726 Einwohner der Region (von insgesamt 63.940).290 Da aber, wie auch die Volkszeitung am 31.07.1920291 berichtete, nur 271 Personen durch Eintragung in die Listen namentlich Protest gegen die Angliederung an Belgien erhoben, wurden die beiden Kreise am 20.September 1920 durch den Völkerbundsrat endgültig Belgien zugespro-chen.292 Im Nachhinein erscheint es fragwiirdig, dass man die Durchführung solch eines entscheidenden Plebiszits der am Résultat interessierten Macht Belgien überliess. Man konnte nicht von einer neutralen Vorgehensweise ausgehen, wie es beispielsweise bei der Volksabstimmung im Saargebiet im Januar 1935 der Fall war, die nach Artikel 49 des Versailler Vertrages zum ersten Mal unter der Aufsicht des Völkerbundes stand.

Eine Volksabstimmung, wie sie für die übrigen deutschen Grenzgebiete teil­weise vorgesehen war, setzt voraus, das jeder Abstimmungsberechtigte in ei-

 

Vgl. ENSSLE, Stresemann ‘s territorial revisionism, S. 27.

286 Vgl. ENSSLE, Stresemann ‘s territorial revisionism, S. 27.

287 Malmedy-St.Vither Volkszeitung, 09.08.1924.

288 Vgl. DOEPGEN, Abtretung des Gebietes von Eupen-Malmedy, S. 123.

289 Vgl. PABST, Eupen-Malmedy, S. 283.

290 Vgl. DOEPGEN, Abtretung des Gebietes von Eupen-Malmedy, S. 123. Eintragungsberech-tigt waren allé Manner und Frauen deutscher Staatsangehôrigkeit, die mindestens 21 Jahre ait waren und schon am 01.08.1914 in den Kreisen gewohnt hatten; vgl. CREMER, MIEBEN, Spuren, S. 9.

291 Vgl. Malmedy-St.Vither Volkszeitung ,31.07.1920.

292 Vgl. LEJEUNE, Die deutsch-belgischen Kulturbeziehungen, S. 119.

 

(S.240) ner geheimen Wahl fur das eine oder andere Land stimmen kann.293 In Eupen-Malmedy allerdings wurde die Befragung von den belgischen Behörden durchgeführt, die ein Interesse an der Beibehaltung der Angliederung hatten. Zwar sollte der Völkerbund die endgültige Entscheidung über die Zugehörigkeit des Gebietes treffen, doch beaufsichtigte er nicht die Abstimmung, die zudem nicht geheim war. In allen anderen Gebieten, denen durch den Versailler Vertrag eine Abstimmung zugesprochen worden war, wurde diese mit den Mitteln eines demokratischen Wahlverfahrens durchgeführt294, es gab keine Parallele zu den Verhältnissen in Eupen-Malmedy. Dies trug sicher dazu bei, dass die Bevölkerung Eupen-Malmedys sich besonders ungerecht behandelt fühlte, was den anstehenden Assimilationsprozess erschweren sollte und die Entwicklung einer kollektiven ,,Widerstands-Identität »295, die sich aus der Resistenz gegen eine ungerechte Herrschaft legitimiert, zur Folge haben kônnte. So kam es beispielsweise vor, dass der für Büllingen zustandige belgische Unterkommissar alle Personen, die sich in die Listen eingetragen hatten, von allen durch das Gouvernement verfügten Vergünstigungen (Zuteilung belgischer Lebensmittel, Umwechslung der Mark in Franken, Ausfuhr von Waren usw.) ausschloss. Obwohl Baltia die Anwendung dieser Verordnung verbot, war sie in einem derart begrenzten Gebiet bald allen Einwohnern bekannt, was dazu fuhrte, dass die Bevölkerung furchtete, durch Wahrnehmung ihres Protestrechtes wirtschaftliche Nachteile in Kauf nehmen zu mùssen. Hinzu kam, dass sich die Meinung gefestigt hatte, die Kreise blieben in jedem Falle belgisch, und so unter den Abstirnmungsberechtigten die Befurchtung bestand, der Listeneintrag sei mit einer Option fur Deutschland gleichzusetzen und man kônne nach der endgultigen Angliederung des Landes verwiesen werden.296 Diese Besorgnis fuhrte gerade in einem bäuerlichen Gebiet wie dem Kreis Malmedy, in dem die Bevölkerung von ihrem Besitz und dem Land abhängig war, dazu, dass die Abstimmungsbereitschaft zuriickging. Während der Zeit der Abstimmung kônnte die Eupen-Malmedyer Lokalpresse – und somit auch die Malmedy-St.Vither Volkszeitung – aufgrund der Bestimmungen Baltias das gesellschaftliche Gespräch in den Grenzkreisen nicht adäquat wiedergeben. Der einzige zu diesem Thema vermittelte Inhalt war das von Baltia am 26.01.1920 erlassene Dekret zur Ausführung der Volksbefragung297 und die Bekanntgabe des Ergebnisses (s.o.). Die ausserordentlich rege geführte Diskussion könnte in der Lokalpresse nicht ausgedrückt werden.298 Hinweise auf die Stimmung in der Bevölkerung und die Einschàtzung der

 

293 Vgl. PABST, Eupen-Malmedy, S. 262.

294  So Schleswig, Oberschlesien, Westpreufien, usw.; vgl. DOEPGEN, Abtretung des Gebietes von Eupen-Malmedy, S. 79.

295 Vgl. S. 24.

296 Vgl. DOEPGEN, Abtretung des Gebietes von Eupen-Malmedy, S. 128.

297  Vgl. Malmedy-StVither Volkszeitung, 31.01.1920; ,,BeschluB, die Volksabstimmung be-treffend ».

298 Vgl. CHRISTMANN, Presse und gesellschaftliche Kommunikation, S. 163.

 

(S.241) Volksbefragung bieten nur Artikel wie der oben zitierte vom 19.07.1919 (S.57f.) und vor allem auch die in Folge der Volksbefragung gehäuft auftretenden Meldungen zu Protesten der deutschen Regierung gegen die Verfahrensweise in Eupen-Malmedy beim Völkerbundsrat. Aufgrund der Anweisungen Baltias durfte die Presse zwar nur die Antwortnoten der Alliierten und nicht die Noten der deutschen Regierung abdrucken, die um eine Milderung der Friedensbedingungen ersuchten299, doch hielt die Presse durch die regelmässige Berichterstattung zu den deutschen Versuchen den Gedanken aufrecht, dass diese ungerechte Abtretung und Abstimmung nicht akzeptiert werden könne. So informierte sie am 18.09.1920, dass am folgenden Tage Verhandlungen im Völkerbundsrat über Eupen-Malmedy stattfmden werden und berichtete von einer belgischen Note an den Völkerbundsrat in Erwiderung einer deutschen Note, die verlangt hatte, ,,dass das Ergebnis der Volksbefra­gung fur nichtig erklärt und vom Völkerbund eine neue vorgenommen werde »300. Geschickt vermittelte sie auf diesem Wege, dass die deutsche Regie­rung gegen die Abtretung der Kreise vorging. Derartige Meldungen zum ,,deutschen Protest gegen die Volksbefragung in Eupen und Malmedy » und den alliierten Antwortnoten erschienen in regelmässigen Abständen301, ergänzt von Artikeln, die beispielsweise Einwànde gegen die Friedensbestimmungen als ,,Stimmen der Vernunft », die ,,die Revision des Vertrages von Versailles verlangen », bezeichneten.302

 

Nach der endgultigen Angliederung infolge der Volksbefragung waren die Einwohner nun gezwungen, sich tatsâchlich und ohne Hoffung auf Revision auf die neue Situation einzustellen. Die strenge Abriegelung von Deutschland intensivierte in Eupen-Malmedy das Gefuhl der Verlassenheit und die kollektive Identitàt der Bevôlkerung als abgetrennte Minderheit in einem fremden Staat. Doch wurde die sogenannte Volksbefragung in den folgenden Jahren zum Kristallisationspunkt der gesamten lokalen Diskussion und Politik in Eu­pen-Malmedy. Die geradezu unvorstellbar niedrige Zahl derjenigen, die von ihrem Protestrecht Gebrauch gemacht und sich in die Listen eingetragen hatten, war eines der Hauptargumente gegen die Gültigkeit und fur eine Wiederholung der Volksbefragung.303 Auch in den folgenden Jahren der funfjàhrigen Ubergangszeit war Kritik an dieser Abstimmung aufgrund der Zensur und des möglichen Verbotes durch den Kommissar nur bedingt môglich. Die Stellungnahmen der Volkszeitung zu dieser zweifelhaften Befragung und zum Gouvernement der folgenden Jahre – soweit sie môglich waren – werden im Folgenden genauer betrachtet.

 

299 Vgl. CHRISTMANN, Presse undgesellschafiliche Kommunikation, S. 148.

300 Malmedy-St. Vither Volkszeitung, 18.09.1920.

301 Malmedy-St.Vither Volkszeitung, 25.09.1920.

302 Malmedy-St.Vither Volkszeitung, 27.11.1920.

303 Vgl. CREMER, MIEBEN, Spuren, S. 10.

 

(S.244) Um den Schein der gesicherten Pressefreiheit zu wahren, betrieb das Gouver­nement Baltias keine offene Pressezensur, sondern eine unterschwellige Reglementierung und versuchte, Verbote von Zeitungen zu vermeiden.313 Doch wurde die Malmedy-St.Vither Volkszeitung – wie in Kap. 1.3 bereits erwähnt – im November 1924 verboten314, da sie sich an der Diskussion zur Angliederung der Kreise an Belgien beteiligte und entgegen der Aufforderung des Gouvernements, dies zu unterlassen, wiederholt Meinungsbeiträge eines St.Vithers, möglicherweise Doepgens selbst, vermittelte und die Wiederholung einer diesmal geheimen und unbeeinflussten Volksabstimmung verlangte:

 

,,Solange die Volksbefragung, die uns nach dem Kriege hier vorgegaukelt wurde, nicht in juristisch einwandfreier Form wiederholt worden ist, Solange hat niemand – nota bene! – niemand das Recht, sich in der Angliederungsfrage zu betatigen. Wo bleibt das von den Alliierten geprägte Wort von dem Selbstbestimmungsrecht der Völker, das sie so lange während des Krieges in die Welt hinausposaunten, […]

Die verfehlte Volksbefragung fur die Kantone muss wiederholt werden und zwar unter dem Vorsitze eines Neutralen und unter Mitwirkung von deutschen und belgischen Autoritâten, d.h. in diesem Falle Völkerrechtskundige. Das Volk wird dann entscheiden, nach welcher Seite hin es angegliedert zu werden wunscht. Aber nicht nur in Mal-medy darf eine Liste ausliegen – sondern in jedem Burgermeistereiendorfe. […] Und hat das Volk in dieser Art und Weise entschieden – nach Malmedy wagte ja s. Zt. keiner hinzugehen – dann ist eine Rechtsgrundlage geschaffen, nach der entschieden werden kann. Achtung also vor dem Selbstbestimmungsrecht der Völker! Achtung auch vor der Autoritat des Volkes! Die Stimme eines Rufenden in der Wuste. »315

Mit der Betonung, dass in jedem ,,Bûrgermeistereiendorfe » eine Liste auzuliegen habe, bezog sich der Autor des Artikels darauf, dass in Befolgung des Art.34 des Versailler Vertrages, der besagte, dass ,,Register in Eupen und Malmedy durch die belgische Behôrde offengehalten » werden sollten, nur in Eupen und Malmedy Listen ausgelegt wurden, was aber ,,nicht im Sinne der Urheber des Vertrages gelegen » habe, wie auch ein Artikel im August émeut hervorhob. Unter ,,Eupen und Malmedy » sei ,,der ganze Bezirk zu verstehen gewesen » und ,,Die Meinung des Volkes ist jedenfalls die, dass ohne regelrechte Abstimmung eine Angliederung an Belgien nicht stattfïnden darf’.316

 

313  Vgl. CHRISTMANN, Presse undgesellschafiliche Kommunikation, S. 75.

314 Extrablatt der Malmedy-St.Vither Volkszeitung, 24.11.1924.

315 Malmedy-StVither Volkszeitung, 05.07.1924.

316 Malmedy-StVither Volkszeitung, 09.08.1924.

 

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Daniel Blampain, Le français en Belgique une langue, une communauté, éd. Duculot, 1997

 

(p.276) On doit manipuler avec prudence les chiffres fournis par les recensements, notamment parce que les dialectes y sont assimilés au standard de la même famille linguistique et parce que, dans les inventaires qui ont eu lieu à cinq reprises entre 1846 et 1900, il n’y a pas d’indication sur la langue fréquemment utilisée. Toutefois, leurs résultats sont éloquents ; ils témoignent, au XIXe comme au XXe siècle (1910, 1920, 1930 et 1947), du recul des variétés germaniques : les communes de Beho, Baelen, Henri-Chapelle deviennent ainsi officiellement francophones en 1930.

 

(p.278) Le traité de Versailles (1919) fait passer les cercles d’Eupen et de Malmedy sous juridiction belge, (…). De 1920 à 1925, un régime militaire autoritaire impose le bilinguisme dans l’adminstration et dans l’enseignement. Le français, langue totalement étrangère, fait donc son apparition dans le région. Ce mouvement entraîna notamment le départ de 200 employés et de 126 enseignants, et, au total, de 3.800 autochtones.

La réunion définitive au royaume de Belgique, en 1925, assouplit paradoxalement le régime linguistique. (…)

 

(p.27…) Le cas de Malmedy

Malmedy reçoit ainsi la visite du Congrès pour la langue française de 1905, qui tenait ses assises à Liège. Dans cette lutte /contre l’allemand/, une arme efficace fut le dialecte.

 

http://www.uoc.es/euromosaic/web/document/alemany/fr/i1/i1.html

L’allemand en Belgique

3.7. Usage familial et social de la langue

La plupart des parents parlent allemand avec leurs enfants, mais certains utilisent aussi le français. Depuis 1945, la proportion de personnes bilingues a considérablement augmenté.

Vers 1950, la tendance à la francisation était encore plus marquée et de nombreux parents considéraient que la pratique du français avec leurs enfants constituait une meilleure préparation à la vie future. Au cours des années 70, il était beaucoup plus fréquent de trouver un « solide bilinguisme » qu’aujourd’hui, où l’allemand domine presque partout. Bien des parents déplorent le recul du français qui en résulte.

Le groupe linguistique allemand se caractérise par un degré élevé d’endogamie. En cas de mariage avec un ou une francophone, la langue commune de la famille sera généralement le français. Les habitudes linguistiques sont pratiquement identiques pour les deux sexes.

 

http://fr.wikipedia.org/wiki/Com%C3%A8s

Comès, de son vrai nom Dieter Herman, est un scénariste et dessinateur de bande dessinée.

Né le 11 février 1942 à Sourbrodt, petit village des cantons de l’est près de Verviers en Belgique, pendant l’occupation allemande, il doit à cette circonstance son prénom de Dieter qui fut francisé en Didier à la libération. Son père parlant allemand et sa mère wallon et français, il se définit lui-même comme étant un « bâtard de deux cultures », caractéristique dont on retrouvera la trace dans son imaginaire.

 

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De Duitsers in België, West 2, 1982, p.13-14

 

Dit is geen verhaal van enige inval van overweldigers, zo vaak gelezen en herhaald.  Het is integendeel het verhaal van mensen, die omwille van hun taal en hun volksdom als tweederangsburgers behandeld worden in een land dat zich ais toonbeeld der démocratie opwerpt….

 

De jongste omvorming van de staatsstructuur in België (een zeer gecompliceerde geschiedenis die elders in dit blad wordt uitgelegd) heeft de duitstalige gemeenschap in België wel erg in de hoek geduwd, en dit omwille van het Waalse impérialisme.  Want waar de nederlandstalige en de franstalige gemeenschap elk hun eigen « deelregering » en hun uitvoeringsorganen krijgen, daar wordt de duitstalige gemeenschap weliswaar van zgn. cultuurorganen voorzien maar voor de rest biijft ze een integrerend deel van Wallonië, een door de Walen gekoloniseerd gebied.  Protesten van diverse zijde (ook van de Vlamingen) hebben daar tot nog toe niets aan veranderd.

 

Hoe komen die Duitsers echter terecht in de Belgische staat?  Dat is een hele geschiedenis, waar we hopen eens een volledig dossier aan te wijden.  Laten we het voorlopig houden bij enkele vaststellingen.

 

De duitstaligen in België behoren niet tot één en dezelfde stam.  Er zijn namelijk de zgn.  ‘Altbelgier’ die reeds na het ontstaan van België binnen die staat leefden en er zijn de ‘Neubelgier’ die na de eerste wereldoorlog door België « geannexeerd » werden.

 

De enen wonen in de Waalse provincie Luik, de anderen in de Waalse provincie Luxemburg. Zelfs dialectisch zijn ze verscheiden. De duitstaligen rond Eupen spreken een ripuarisch-frankisch dialect, dat in felte meer tot het overgangsgebied tussen Nederlands en Nederduits behoort dan tot het Hoogduits.  De Duitse cultuurtaal kwam er dan ook pas in voege in de loop van de vorige eeuw.

 

In het Zuiden echter, in de province Luxemburg, is het Duitse dialect, evenals in het Groothertogdom, een Moezelfrankisch – dat ook in het nabije Lotheringen gesproken wordt.

 

De langdurige aanhechting bij België en bij het Waalse landsgedeelte hebben er ook een langdurige Walionisering mogelijk gemaakt, bij zoverre dat de oorspronkelijke volkstaal er overdekt werd door de Franse staatstaal, opgelegd via onderwijs, administratie, leger en gerecht: een fenomeen dat parallei liep met de onderdrukking van het Nederlands in Vlaanderen.

Bekijken we nu deze duitstalige gebleden van dichterbij.  Het duitstalig gebied rond Eupen omvat ongeveer 60.000 mensen in het kanton Eupen (10 gemeenten), Sankt Vith (il gemeenten) en vier duitstalige gemeenten in het kanton Malmedy.  Dit gebied werd in 1918 door België geannexeerd.  Men hoopte dank zii een systematische verf ransin gspolitiek (9/10den van het lerarenkorps werd ontslagen) dit gebied op korte termijn te kunnen ‘ontduitsen’.  Dit lukte niet, want bv. in 1936 behaalde het « Heimattreue Front’ dat de terugkeer naar het Rijk voorstond, er meer dan 50 t.h. der stemmen.  Tijdens de tweede wereldoorlog werd dit gebied terug bij Duitsland gevoegd, maar na de oorlog woedde de repressie er hevig en werd opnieuw de verfransing geactiveerd.

 

Historisch hoort dit gebied bij het land van Overmaas, dat naast de Voerstreek en het overgangsgebied van de Platdietse streek ook het gebied Eupen omvat.  Het eerste bleef (ondanks de pogingen in het verleden en hevige beroering heden) nederlandstalig.  Het tweede werd gedeeltelijk verwaaist, hoewel het dialect er Germaans is: een overgangsdialect tussen West- en Oostnederfrankisch.

 

Eupen kreeg, niettegenstaande het Oostnederfrankische dialect, een Hoogduitse cultuurtaal na de inlijving bij Pruisen, en de bewoners beschouwe, zich als Duitsers, nauwer verbonden met Aken dan met Luik of Maastricht. Hun situatie in de Belgische staat is        die van een gekoloniseerd volk: aanhangsel van Walionië zonder politiek zeggingsschap of inspraak op economisch vlak.  Terecht protesteerden de groeperingen van de Duitse Volksgroep in België dan ook tegen de nieuwe grondwet en de staatshervorming,- die geen eigen structuur voor hen voorziet, alleen wat ‘culturele’ tegemoetkomingen.

 

Het andere duitstalige gebied is niet ‘recent’ bij België aangehecht, maar behoort ertoe van in het begin.  Het is het oostelijk deel van de Belgische provincie Luxemburg, palend aan het (oorspronkelijk duitstalig en in dialect nog grotendeels ‘Letzeburgisch’ duitssprekende) Groothertogdom.  Dit gebied omvat tweeëntwintig gemeenten, met ca. 35.000 inwoners, zonder daarbij de sterk verfranste provinciehoofdstad Arel (Arlon, Aarlen) te rekenen.  Het dialect van die streek hoort eigenlijk zoals reeds gezegd, bij het Mozelfrankisch, bij het Middelduits dus.  Dit geldt ook voor een derde gebied: de streek rond Sankt Vith en de duitstalige dorpen rond Malmedy.

 

Bij een algemeen overzicht over de situatie van de duitstalige volksgroep in België kan vastgesteld worden dat de staat er niets gedaan heeft om die volksgroep als zodanig enige tegemoetkoming te verschaffen voor het behoud van hun eigen taal en cultuur; dat die staat integendeel alles in het werk gesteld heeft om van de duitstalige gebieden in België Waalse kolonies te maken.  Gedeeltelijk is men daar dan ook in geslaagd, dank zij morele, economische en politieke dwang.

 

Er is echter een groeiend verzet waarneembaar; een verzet dat steun kriigt vanuit Vlaanderen en dat anderzijds ook met Vlaanderen en de Nederlandse taal en cultuur contacten onderhoudt: nog niet zolang geleden werd door de Vereniging van Vlaams-nationale auteurs een boekenschenking gedaan voor de Nederlandse bibliotheek van Eupen en ‘Der Wegweiser’ van de Rat der deutschen Gemeinschaft kent ook sympathie en verspreiding in Vlaanderen.

 

Het protest tegen de Waalse kolonisatie van dit gebied kwam trouwens ook in de Belgische Kamer van Volksvertegenwoordigers tot uiting, waar Vlaamse parlementsleden zich verzetten tegen het opnemen van dit gebied in het Waalse gewest.

 

Inmiddels wordt het Duits wel als derde nationale taal erkend en spreken zowel de eerste minister bij zijn investituur als de Belgische koning bij zijn obligate Nieuwjaarsboodschap enkele woorden – overigens keurig – Duits.

 

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Die Belgische Zeit, in : Nidrum, 1998, S.162

 

Mit Inkraftreten des Versailler Vertrages im Januar 1920 wurden die Kreise Eupen-Malmedy dem belgischen Königreich angegliedert. Um die Integration in den neuen Staat zu erleichtern, wurde in unserem Gebiet während fùnf Jahre eine Sonderuerwaltung unter Generalleutnant Henri Baltia eingerichtet.

Vorrangiges Ziel des Baltia-Regimes im Schulwesen war die Reorganisation der Lehrerschaft und die Sàuberung von belgienfeindlichen Elementen. Die Lehrerschaft in Eupen-Malmedy war in ihrer Gesinnung deutsch-national geprägt. Nur zwölf der ehemals reichsdeutschen Lehrer erklàrten sich während der famosen »Volksbefragung« im Sommer 1920 dazu bereit, nun im belgischen Schuldienst auf ihren Posten zu bleiben. Alle übrigen wurden daraufhin im September 1920 von Generalleutnant Baltia entlassen. An ihre Stelle traten vorwiegend deutschsprachige Lehrer aus Altbelgien und der Provinz Luxemburg, deren Rekrutierung sich sehr schwierig gestaltete. (13, S. 149)

Nach Nidrum kamen Lehrerin Maria Jacquemin und Lehrer Mathias Cravatte, der zum Hauptlehrer ernannt wurde und mit einer Unterbrechung während der Kriegsjahre 1940-45, bis zu seiner Pensionierung 1957 hier tätig war.

Mit Beginn der belgischen Verwaltung wurde der Schuljahresanfang gemäss dem belgischen System von Ostern auf Anfang Oktober verlegt und das laufende Schuljahr bis Mitte August verlängert.

Im Mai 1920 beschloss Gouverneur Baltia die Aufhebt der Hüteschulen mit dem Hinweis, dass auch die preussische Regierung deren Beseitigung fur das Jahr 1920 angekündigt hatte.(13, S. 149)

Am 31. Mai 1926 beschloss der Gemeinderat einst in die Ferien vom 10. August bis zum 15. September zuzüglich 9 Tage im Oktober fur die Kartoffelernte festzulegen. 1930 dauerten die Ferien bis zum 6. Oktober.

 

Neues Unterrichtsprogramm

 

Die Angliederung an Belgien erforderte die Umstellung des gesamten Unterrichtsprogramms auf belgische Verhältnisse. Fortan wurde die Geschichte des neuen Vaterlandes gelehrt, das Turnen verschwand aus dem Lehrplan, neben der Sütterlinschrift wurde nach und nach verstärkt die lateinische Schreibschrift eingeführt. Eine weitere grundlegende Änderung stellte die Einführung der französischen Sprache in den Volksschulen dar. Am 1. Mai 1922 trat fur Eupen-Malmedy das neue Volksschulgesetz in Kraft. Die Muttersprache sollte Unterrichtssprache sein, ab dem 5. Schuljahr aber konnte eine zweite Landessprache unterrichtet werden. General Baltia sah fur die deutschsprachigen Volksschulen Französisch als Pflichtfach in den oberen Klassen vor, machte aber darüber hinaus fur verschiedene Fächer wie Rechnen, Erdkunde und Geschichte ebenfalls Französischen Unterrichtssprache zur Pflicht. Die Bestimmungen des (S.163) Lehrptans von 1924 änderte er dahingehend um, dass der Interrichtsbeginn fur Französisch bereits auf das erste Schuljahr festgelegt wurde.

Ab 1926 waren die Gemeinden an diese Sonderbestimmungen nicht mehr gebunden. Sie konnten nun selbst die Organisation des Französischunterrichts bestimmen.

Den Jugendlichen und Erwachsenen bot man in Abendkursen die Gelegenheit, die französische Sprache zu erlernen oder zu vertiefen. (13, S. 149)

Auf seiner Sitzung vom 29. Juli 1933 beschloss der Gemeinderat, dass der Französischunterricht in den Schulen der Gemeinde Elsenborn ab dem 3. Schuljahr eingeführt wird und zwar 3 Stunden im 3. und 4. Schuljahr, 5 itunden im 5. und 6. Schuljahr und 6 Stunden wöchentlich im 7. und 8. Schuljahr.

 

Methodik in dieser Zeit

 

Was nun die Lernmethoden anbetrifft, so hatte sich im Vergleich zur deutschen Zeit eigentlich nichts Entscheidendes geândert. Nach wie vor wurde der Unterricht frontal erteilt, das heisst die Lehrperson redete, zeigte, erklärte, war also der aktivere Teil des Geschehens, die Schiller hôrten zu, machten Übungen, waren folglich häufigder passivere Teil im Unterrichtsablauf. Ausserdem gehörte die Priigelstrafe nach wie vor zum Schulalltag. Besonders verwerflich ist dabei die Tatsache, dass der Stock nicht nur bei schlechtem Betragen gebraucht wurde, sondern ebenfalls, wenn die vorhandenen Kenntnisse in den Augen der Lehrpersonen nicht aus-reichend waren. »Dummheit« wurde allzu oft mit Schlägen bestraft. Diese schulische Praxis war keine Besonderheit in Nidrum, sondern gehörte in der damaligen Zeit ganz einfach zum Schulleben dazu. Dabei hatte der erste Staatsanwalt Hensinger aus Aachen in einem Schreiben vom 8. Mai 1897 an sämtliche Hilfsbeamten unter anderem daran erinnert: Die von einem Lehrer mit vorsätzlicher oder fahrlässiger Überschreitung des ihm zustehenden Züchtigungsrecht einem Schiller zugefügte körperliche Züchtigung ist eine gerichtlich strafbare und verfolgbare Handlung, wegen deren die Staatsanwaltschaft, sofern zureichende, tatsächliche Anhaltspunkte vorliegen, einzuschreiten verpflichtet ist. (§ 152 Absatz 2 Strafprozessordnung). Bemerkenswert ist auch, dass streng auf Trennung der Geschlechter geachtet wurde.

 

(p.166) Die Kriegsjahre

 

Beim Einmarsch der Deutschen Truppen am 10. Mai 1940 flohen etwa zwei Drittel aller in unserem Gebiet tätigen Volksschullehrer ins Landesinnere. Einige hatten sich schon früher abgesetzt.(13, S. 150)

In Nidrum blieb nur Frau Elisabeth Peiffer, die seit 1938 hier unterrichtete, auf ihrem Posten. Lehrer Gronsfeld hatte seine Arbeit am 19. Mai wieder aufgenommen und Nidrum am 20. September des gleichen Jahres verlas-sen, um in Montzen als Lehrer tätig zu sein. Neuer Hauptlehrer wurde Clemens Meyer. Während der Kriegs­jahre kam es zu hâufigen Lehrerwechseln, manche Lehrpersonen oder Gehilfen waren nur wenige Wochen tàtig.

Am 10. Mai wurde die Schule geschlossen und nach der Vereinigung Eupen-Malmedys mit dem Dritten Reich am 19. Mai wieder geöffnet. Erneut mulàten die Schulkin-der tiefgreifende Verànderungen im Schulbetrieb ùber sich ergehen lassen. Zunàchst wurden die Kreuze und Kônigsbilder aus den Klassen entfernt und durch Fûhrerbilder ersetzt. Das gesamte Unterrichtspro-gramm erfuhr eine radikale Umstellung auf die nationalsozialistische Ideologie. Neben dem obligatorischen »Heil Hitler« begann der Schultag mit einem Zitat des Führers als Leitspruch. Regelmässig wurden die Fortschritte der deutschen Armeen auf einer Landkarte verfolgt und besprochen. Die Unterrichtsfàcher Deutsche Geschichte, Erdkunde, Leibeserziehung und Gesang hat­ten fortan einen hohen Stellenwert im Schulprogramm. (13,5.151)

(p.167) Die Lehrerbibliothek wurde mit zahlreichen neuen deutschen, ideologisch durchsetzten Bùchern ausgestattet, und die Lehrpersonen selbst wurden in der Folgezeit oft zu Schulungsseminaren und Fachtagungen eingeladen, der Religionsunterricht wurde aus den Schulen verbannt… Wie im Ersten Weltkrieg wiederholten sich auch jetzt sei-tens der Kinder die Materialsammlungen fur die Frontsoldaten.

Bis zum Sommer 1944 konnte der Unterricht ziemlich re-gelmàRig stattfinden. (13, S. 150)

Mit dem Einmarsch der Amerikaner Mitte September 1944 und der anschliessenden Evakuierung wurde bis zum Ende des Krieges im Mai 1945 der Schulbetrieb völlig eingestellt.

 

Die Nachkriegszeit

 

Säuberung und Rehabilitierung

Alle Lehrpersonen, die 1940 auf ihrem Posten geblieben waren, verloren ihre Arbeitsstelle, obwohl der belgische Staat sie damais ausdrùcklich aufgefordert hatte, weiter zu unterrichten und die »Aufrechterhaltung einer ord-nungsgemàRen Arbeit in Schule und Verwaltung zu sichern. Sie wurden im Rahmen eines » lebenswichtigen Säuberungswerks «, so der offizielle Wortlaut in einem ministeriellen Schreiben, vom Militärgericht als unwürdig befunden, weiterhin Schiller zu erziehen. Es blieb ihnen nichts anderes übrig, als durch eine neue Beschäftigung fur ihren Lebensunterhalt zu sorgen.

Erst ab 1957/58 wurden die Lehrpersonen rehabilitiert und durften wieder unterrichten. Allerdings gestand ihnen der belgische Staat nur ein Grundgehalt wie das eines Anfängers zu. AuBerdem wurden die zu deutscher Zeit geleisteten Dienstjahre nicht anerkannt, und durch die Amtsenthebung nach dem Krieg gingen ihnen weitere zehn bis funfzehn Jahre in ihrer beruflichen Laufbahn verloren. Der zermurbende Kampf um eine vollständige Rehabilitierung dauerte bis in die 70er Jahre.

Nach dem Kriege sollte Eupen-Malmedy nun endgültig in die belgische Nation einbezogen werden. Französisch war die Sprache der Belgientreuen. Sie gewann an Einfluss im öffentlichen Leben und auch in der Schule. (13, S. 152)

 

Neubeginn

 

Nach den Kriegsereignissen kehrte Hauptlehrer Cravatte nach Nidrum zurùck. Es war aber noch nicht daran zu denken, den Schulbetrieb wieder aufzunehmen, da in der Schule viel verwüstet war. Der Provinzgouverneur legte den Schulbeginn auf den 24. September 1945 (ein ganzes Schuljahr war ausgefallen) fest. Wegen der Amts­enthebung der Lehrpersonen, die während der Deutschen Zeit unterrichtet hatten, gestaltete sich die Suche nach neuen Lehrkräften sehr schwierig. Da die meisten ostbelgischen Lehrpersonen mit einem Berufsverbot belegt waren, wurde Ersatz aus der Provinz Luxemburg rekrutiert. 1945 kam Lehrer Adam aus der Ge-gend von Virton, als 2. Lehrperson nach Nidrum. 1946 folgte Lehrerin Poncé.

Nach dem Kriege wurde der Kindergarten zunâchst nicht wieder erôffnet.

 

Einrichtung einer 4. Klasse

 

Auf seiner Sitzung vom 29. Oktober 1946 stellte der Gemeinderat fest, dass die Nidrumer Schule, die zu diesem Zeitpunkt von 123 Kindern besucht wurde, die gesetzli-chen Bedingungen erfüllte, welche zur Einrichtung einer 4. Klasse erforderlich waren. Daher beantragte er beim Unterrichtsministerium die Subsidierung dieser Klasse, deren Eröffnung am 7. März 1947 bewilligt wurde. Leh­rer Kôther wurde mit der Betreuung der Schüler beauftragt.

 

Einrichtung einer Erwachsenenabendschule zum Erlernen der französischen Sprache

 

Am 14. Januar 1946 wurde in Nidrum eine solche Schule eröffnet. Jeweils montags, mittwochs und freitags erteilte Lehrer Adam von 19.30 Uhr bis 21.30 Uhr einen Französischkurs fur Erwachsene.

Im Schulleben ànderte sich erneut einiges. Als erstes wurden die Kreuze und Königsbilder in die Klassen zurückgebracht und der Religionsunterricht wieder durch den Pastor in der Schule erteilt. Die Lehrperso­nen waren nur fur die biblische Geschichte zustândig. Der Schultag begann mit dem Morgengebet und dem Singen der Brabançonne. Die deutschen Bücher wurden durch belgische, bzw. luxemburgische ersetzt. Rechen-Geschichts- oder Erdkundebücher waren in franzôsischer Sprache, (S.168) was das Lernen, besonders fur die schwächeren Schüler, nicht erleichterte. Französisch wurde erneut aïs Pflichtfach eingefûhrt. In der 3. und 4. Klasse sollte die Hälfte des Unterrichts in französischer Sprache erteilt werden, wàhrend ab dem 5. Schuljahr Deutsch nur noch als Zweitsprache in Frage kam. Letz-tere Regelung wurde in Nidrum effektiv im 5. und 6. Schuljahr in die Tat umgesetzt, da der Klassenleiter, Fernand Adam ausschliefàlich die französische Sprache beherrschte. Pädagogisch hatte sich seit der Jahrhundertwende kaum etwas geändert. Nach wie vor wurde der Unterricht frontal erteilt: die Lehrpersonen redeten und erklärten, während die Schüler versuchten dem Gesagten zu folgen und es zu verstehen. Dies war um so schwieriger, aïs viele aus sprachlichen Grûnden weder die Ausfùhrungen des Lehrers, noch die Texte in den Bùchern verstehen konnten. Bezeichnend fur die dama-lige Zeit ist die Tatsache, dass viele Kinder im Laufe ihrer Grundschulzeit 2, 3 oder sogar 4 Mal » sitzen blieben «, eine unmögliche Situation. Fur Schüler mit Lernschwierigkeiten wurde nur wenig getan, Differenzierung (d.h. Berücksichtigung der Möglichkeiten des Einzelnen) war noch ein Fremdwort. Im Gegenteil, die Prügelstrafe gehörte wie zur preussischen Zeit zum Schulalltag. Es sollten nochmals rund 20 Jahre verstreichen, ehe mit einer neuen Génération von Lehrperso­nen die Prùgelstrafen der Vergangenheit angehôren und mit einer wirklichen Schulreform, auf die wir am Ende dieses Kapitels eingehen werden, begonnen werden konnte.

 

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Duitsers in België, West, 17, 1982, p.19-26

 

(p.19) Wanneer men tracht aan de hand van ernstige documentatie een overzicht te krijgen van de ethnische toestand in Oost-België, (o.m. Verdoodt: « Zweisprachige Nachbarn ») dan komt men tot een beeld dat er ongeveer aïs volgt uit ziet: Duits België bestaat, tengevolge van de geschied-kundige ontwikkeling tussen 1815 en 1920, uit twee geheel verschillende gebieden, die men telkens weer in twee delen kan splitsen:

 

1. NIEUW-BELGIE (NEUBELSCH)

 

een gebied dat tot in 1920 behoorde tot het Duitse Rijk, evenals een gemeente (Moresnet: Kelmis) dat een condominium was van Duitsland en België. Dit gebied is vandaag nog een deel van de Waalse provincie Luik, arrondissement Verviers. In dit gebied kan men onderscheiden: a) de kan-tons Eupen en Sankt Vith. Ongeveer 62.000 Duitsers of 95 °/o der bevolking – in 25 gemeenten. b) het kanton Malmedy – met een Waals gedeelte waarin ça. 3000 Duitsers – 20 tôt 25 °/o (6 ge­meenten)

 

2. HET OUDBELGISCHE GEBIED (ALTBELSCH)

 

Het behoorde van 1815 tot het Koninkrijk der Nederlanden en was vanaf 1830/1839 Belgisch. In dit gebied zijn twee geografîsch en ook dialec-tologisch zeer verscheiden delen:

a) de streek rond Montzen (Platdietse streek) ten westen van Eupen, eveneens   provincie Luik, arrondissement Verviers. 15.000 Duitstaligen (70 à 75 °/o) negen gemeenten en een deelgemeente.

b)  het Areler Land (streek rond Arel/ Aarlen) in het westen van de Belgische provincie Luxemburg, arrondissementen Arel en Bastenaken (Bastogne) ongeveer 35.000 Duitsers (75 °/o) 22 gemeenten en 2 deelgemeenten.

Bekijken we nu elk dezer gebieden apart, en zien wij even na welk hun huidige positie is op ethnisch en taalkundig gebied. Hierboven gaven wij al enkele sprekende cijfers. Zij behoeven echter enig commentaar.

Uit wat voorafgaat blijkt immers, dat de Duitstalige gebieden in België géén aaneengesloten gebied vormen, en zoals we nog zullen zien, politiek en historisch niet eenzelfde evolutie hebben meege-maakt, en ook momenteel niet dezelfde admini-stratie hebben noch dezelfde politieke rechten bezitten.

 

(p.22) De volledige tweetaligheid werd in één klap ingevoerd, 200 Duitse ambtenaren en 9/10 van het lerarenkorps gingen heen… De operatie « Verbelgisching » had weinig succes, en het verzet tegen de denationaliseringspolitiek groeide. In 1936 bij de parlementsverkiezingen kreeg het « Heimattreue Front », dat zich inzette voor de herziening van het Verdrag van Versailles en de leuze « Heim ins Reich » lanceerde, meer dan 50 °/o van de stemmen. In 1940 werd Eupen, Malmedy en Kelmis opgenomen in het Duitse Rijk, evenals het Platdietse gebied en enkele dorpen in het Areler Land. In 1945 kwamdaar vanzelfsprekend een einde aan en België annexeerde opnieuw deze gebieden. De verfransing werd nu nog verwoeder en sterker doorgevoerd dan in 1920. De bevolking had angst: de repressie sloeg er hard toe. Als Rijksduitsers beschouwd, hadden velen in de Weermacht gediend; velen sneuvelden en zij die weerkwamen kregen met epuratie en repressie te maken en kwamen voor het krijgsgerecht. Op de 20.000 gezinnen waren er 16.480 dossiers! Want Pierlot had in Londen verklaard dat de bewoners der Oostkantons als « echte Belgen » moesten beschouwd en behandeld worden, en vijfentwintig jaar na de oorlog waren er nog meer dan 4000 dossiers hangende en nog zo’n 600 dossiers inzake pensioenen en vergoedingen. Voor burgelijke slachtoffers wachtten nog op antwoord vanuit Brussel. Praktisch iedereen op een bepaalde leeftijd heeft daar iets met de repressiejustitie te maken gehad. Vandaar ook dat men er lange tijd voorzichtig was en zich zo weinig mogelijk met politiek wilde bemoeien – wat de Belgische denationalisatiepolitiek nog in de hand werkte. Bij de grondwetsherziening en de staatshervorming in 1970 werd voor het Duitse gebied Eupen-Sankt Vith een « Rat der   deutschen Gemeinschaft » voorzien, die bij wet van 10 juli 1973 werd ingesteld.  Zowel het kanton Malmedy als het gebied Montzen  werden  tot  de Franstalige gemeenschap gerekend, weliswaar met taalfaciliteiten voor Duitssprekenden. Het Areler Land werd doodgewoon als Franstalig gebied beschouwd: er kwam géén correctie.                                    

 

DE HUIDIGE TOESTAND

 

Zo komen wij aan de huidige toestand in het Duitstalig gebied in België. Wat de AMBTSTAAL betreft, de taal van de administratie, die is in het Areler Land, aïs reeds gezegd, wettelijk en ook in de praktijk Frans. In het Montzener gebied (Platdietse streek) was sedert 1963 voorzien dat men van de officiële Franse «entaligheid zou kunnen afwijken, maar in de praktijk paste geen enkele gemeente dat toe. In de kantons Eupen en Sankt Vith is het Duits de enige ambtstaal. In de dagelijkse praktijk zijn er echter veel be-ambten die zich daar doodgewoon niet aan storen. Vooral die gemeentebedienden, (p.23) die na 1945 uit Wallonië kwamen, gedragen zich nog alsof ze zich in een kolonie bevinden. Duitstalige kandidaat-douaniers werden niét aangesteld, hoewel ze slaagden in de Duitse proef, wat wettelijk voldoende was, en daarenboven was hun kennis van het Frans zeer goed. Maar de douanediensten gaven de voorkeur aan ambtenaren van de Franse taalrol, die géén Duits kenden. Dergelijke onwettelijkheden (waarmee men ook in Vlaanderen lang af te rekenen had) beinvloeden natuurlijk de ouders, die hun kinderen naar het middelbaar onderwijs willen zenden: de idee dat men in België alleen vooruitkomt als men goed Frans kan, wordt hier opgedrongen. De sociale druk in dienst van het taalimperialisme, zoals het ook vele jaren lang in Vlaanderen was!

Hiermee zijn we beland bij HET ON­DERWIJS. In het Areler gebied kan men als tweede taal Duits i.p.v. Neder-lands verkiezen, maar in de praktijk komt daar niet veel van terecht omdat de Waalse leraars, vooral in het lager onderwijs eerder vijandig staan t.o.v. het Duits: een situatie die doet denken aan de Elzas en de aldaar vaak « geïmporteerde » Franse onderwijzers. In de Platdietse streek is de toestand ongeveer dezelfde, omdat de onderwijzers en leraars geen Duits (willen) kennen. Er is wel verbetering gekomen in een (p.23) viertal gemeenten (Gemmenich, Mont-zen, Membach, Herbestal) maar in de andere gemeenten wordt de wet verder overtreden. Een aantal ouders stuurt de kinderen dan ook naar scholen in Eupen of Sankt Vith.                          

In Eupen was de onderwijstaal vóór 1940 Duits. Na 1945 werd de grote meerderheid der leraars ontslagen: ofwel waren ze bij de Weermacht ge-weest, ofwel hadden ze zich openlijk tot Duitsland bekend. Zij werden ver-vangen door Waalse leraars, die meestal heftig anti-Duits waren en die het onderwijs van hoog tôt laag verfrans-ten. De wetgeving van 1963 veranderde niets aan die toestand, maar legaliseerde hem bewust: een erkenning van de denationalisatiepolitiek der naoorlogsjaren. Veel hangt af van de goede wil der schooldirectie en de perso onlijkheid der leerkrachten.

Rijksscholen als die in Eupen, Sankt Vith, Kelmis en Bütgenbach blijven het Frans bevoordeligen en bekommeren zich niet om de wet. In het katholiek onderwijs komt de volkstaal beter tot zijn recht. Ook in het lager onderwijs verschilt de toestand volgens schooloverheid of gemeentebestuur.

 

Voor hoger onderwijs is men aangewezen op franstalige universiteiten: Luik of U.C.L., maar voor hoger technisch (p.23) onderricht wordt meer en meer gebruik gemaakt van de – pedagogisch goed aangeschreven – Technische Hochschule in Aken.                              .

Inzake   JUSTITIE is de toestand  in de praktijk zeer onbevredigend. Alleen in het kanton Sankt Vith kan voor vredegerecht en politierechtbank zonder moeilijkheden in het Duits gepro-cedeerd worden.  In de kantons Aubel en Limburg (waartoe  de  Platdietse streek behoort) is allés in het Frans: rechters noch griffiers kunnen zich in het Duits uitdrukken.  Zelfs in Eupen was tot voor kort de vrederechter een eentalige Waal! Wie naar Luik of Verviers moet, komt daar voor eentalige-Franse   rechtbanken.  Men kan altijd de Duitse procédure eisen, met een beëdigd   vertaler,   maar in de praktijk komt daar niets van terecht.

De situatie is, wat justitie betreft, dus ongeveer die welke de Vlamingen kenden tot op het einde der vorige eeuw.

Het leger: hier is de toestand duidelijk: de duitstaligen kunnen hun legerdienst doen in het eentalig 3e bataljon der Ardeense jagers, gelegen in Vielsalm. Naar het schijnt zou de tucht daar tamelijk groot zijn, zodat jonge Duitstaligen dan nog liever hun dienst elders willen doen…   

 

(p.24) Godsdienst:  het duitstalig gebied in België is hoofdzakelijk katholiek. Het Areler gebied behoort tot het bisdom Namen. Tot in de twintigerjaren stond de kerk daar nog aan de zijde van de volkstaal, maar na 1945 veranderde dat radicaal en werd alles verfranst. Het Duits verdween ook uit de kerken, al wordt op sommige plaatsen nog wel in het dialect gepredikt.            

In  de  streek van Montzen was het Duits na 1945 praktisch verdwenen als kerktaal maar nu is men er onder druk van de bevolking tot een zekere tweetaligheid gekomen.

In Eupen zelf is er weinig wijziging: de geestelijkheid is er in het algemeen ver-dediger van de volkstaal – en heeft er de rol vervuld van de Vlaamse « petits vicaires ».

Toen in 1967 het aparte bisdom Hasselt werd opgericht, werd in het bis­dom Luik een duitstalig vicaris-gene-raal benoemd, speciaal bevoegd voor het duitstalig gebied in dit bisdom. Wat de protestanten betreft, die zijn meestal Lutheraans en wonen in en rond Eupen. Hun gemeente is zuiver duitstalig, de predikanten komen trouwens uit de Bondsrepubliek.

 

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Ghijs Inge, Belg tegen wil en dank, in : DS 15/11/2008

Met historicus Selm Wenselaers

 

De meeste schoolboeken werden vervangen. Het kanton Malmédy werd zelfs volledig verfranst. Van de ene dag op de andere schafte Baltia net onderwijs in het Duits af, leerkrachten werden ontslagen en kerkdiensten moesten ineens in het Frans gebeuren.

Om het proces te versnellen, deelde het gouvernement gratis zangen gebedenboekjes in het Frans onder de kinderen uit. Na twee schooljaren moest Baltia vaststellen dat een groot deel van de 9.000 leerplichtigen niet op de schoolbanken in Eupen-Malmédy zat, maar over de Duitse grens trok. Dat werd in 1922 verboden.

Baltia werd steeds autoritairder en de relatie met de bevolking vezuurde.

 

Liet Brussel Baltia zomaar begaan?

 

‘In 1925 werd Baltia teruggeroepen. De Oostkantons werden zonder omhaal bij België ingelijfd. Van toen af nam het protest van de lokale bevolking sterk toe. Omdat de bevolking vreesde zijn eigenheid te verliezen, werden Duitstalige bibliotheken en Heimatbunden, een soort heemkundige kringen, opgericht. Na 1925 en zeker in de jaren dertig draaide Duitsland volop de geldkraan open om de verloren broeders dicht bij de heimat te houden. De Heimatbunden in de Oostkantons werden door Duitsland gefinancierd. De Belgische overheid

probeerde dat te counteren door iets gelijkaardigs in het Frans op te richten. Ze stichtten ook Frans-talige kranten aïs tegengewicht voor de Duitstaligen.’ ‘In de jaren dertig werd de steun vanuit Duitsland steeds nadrukkelijker. Duitsland richtte een ra-diostation vlak aan de grens op. De uitzendingen waren speciaal gericht op het publiek van de Oostkantons. Ook daar kwam Belgische reactie op: de Fransta-lige radio ging enkele uren in het Duits uitzenden.’

 

(…) Er werd opnieuw een soort Baltia aangesteld, Henri Hoen, een ambtenaar uit Eupen, voor wie « verbelgen » ook verfran-sen betekende. Hij had nog meer macht dan Baltia en voerde een nog strengere verfransingspoli-tiek door. Allés wat Duits was, was na de Tweede Wereldoorlog verdacht. Daarom durfde nie-mand zich tegen de politiek van Hoen te verzetten, ze durfden zelfs geen inkopen in Aken meer te gaan doen.

 

(…) De Duitstalige gemeenschap ontstond pas omdat Walen en Vlamingen niet meer binnen het unitaire kader konden leven. Ze hebben er rechten door gekregen, maar zijn er ook het slachtoffer van. De Oostkantonners zitten vast in een bureaucratisch kluwen en moeten voortdurend voor hun rechten vechten in Namen. In het Waals gewest hebben ze geen gegarandeerde permanente verte-genwoordiging, ze hebben er dus geen vinger in de pap. Ook niet in het fédérale parlement in Brussel. Ze hebben alleen recht op een gemeenschapssenator en een Europees parlementariër. In vergelijking met andere minderheden staan ze er op dit punt dus niet goed voor.’

‘Sinds een paar jaar hebben ze bevoegdheid over hun eigen gemeenten. Maar dat is allemaal vreselijk ingewikkeld. Aïs de gemeenteraad van Eupen een besluit neemt, moet het eerst naar een vertaalbureau in Malmédy voor het naar de provincie Luik kan worden gestuurd. Als de pro­vincie opmerkingen heeft, dan moeten die eerst vertaald worden voor ze terug naar Eupen worden gestuurd. En aïs Eupen dan rea-geert, begint het spelletje op­nieuw. Het probleem is dat ze in Malmédy structureel al jaren met hun vertaalwerk achterstaan. De meest banale beslissingen komen te laat of zijn niet meer relevant aïs ze eindelijk uit de bureaucra-tische molen komen.

 

Wat zijn de Oostkantonners dan wel?

‘In 2002 verklaarde de minister-president van het Waals gewest, Jean-Marie Van Cauwenberghe, dat de inwoners van de Oostkan­tons Duitstalige Walen zijn. Dat

 

heeft een hele rel veroorzaakt, want zo zien ze zichzelf zeker niet. Buiten de bestuursniveaus heeft men niets met Wallonie gemeen. De Duitstalige gemeenschap is een eiland binnen België. Hun identiteit is een non-identiteit: ze zijn geen Duitser, geen Waal, geen Vlaming, ze zijn Ost-Belgier. En net gebied waar ze wonen heeft niet eens een naam want het vormt geen geheel. Het zijn twee eilanden, gescheiden door de Hoge Venen. Het noordelijke deel met Eupen is rijker en industriëler, en gericht op Duitsland. Het zuidelijke deel met Sankt Vith is armer en ruraler, en gericht op het Groothertogdom Luxemburg.

 

U schrijft dat de Oostkantonners hun eigen geschiedenis niet eens kennen. Hoe komt dat?

Op het verleden rust een taboe. De wereldoorlogen en de période ertussen zijn verdrongen geschie­denis. Vooral wegens de persoonlijke ervaringen. Veel mensen zijn vlak na de Tweede Wereldoorlog verklikt door familie, vrienden, buren die zelf buiten schot wilden blijven. Dat is allemaal opgeschreven en prima gedocumenteerd, maar die archieven zijn nog altijd gesloten. Kwestie van de sociale vrede te bewaren. Een heel andere keuze dan die van de Duitsers na de val van de DDR.

 

Selm Wenselaers, De laatste Belgen. Een geschiedenis van de Oostkantons, Meulenhoff/Manteau, 197 blz., 19,95 euro

 

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Leo Camerlynck, Spraakverwarring en verwarde linguïstiek in de Nederlanden extra muros, in: Jaarboek 7, Zannekin 1986, p.137-154

 

(p.142) Francofielen schrikken er overigens niet voor terug om aan minderheidsgroepen met een eigen taal een snode vervorming van de algemeen geldende linguïstiek op te dringen. In Frankrijk liggen de voorbeelden voor net grijpen. Zo is er bijvoorbeeld het Bretoens (Bretons) uit de Morbihan die enkele lichte klankverschillen ver-toont ten opzicht van het Bretoens (Bretons) uit de Finis Terrae (Bron Léon) ; deze lichte afwijking inzake uitspraak wordt uiteraard benadrukt door de Jacobijnen. Zo ook wordt het Duitstalige Elzas-Lotharingen onder druk van diezelfde Francofiele Jacobijnen ver-deeld in een bij het Luxemburgs aanleunend Lotharings taalgebied en een Elzassisch-Alemanisch taalgebied. De gevolgen van de Eerste en vooral van de Tweede Wereldoorlog zijn hier niet vreemd aan. Corsicanen spreken plots geen Italiaans meer maar wel Corsi-caans. En ga zo maar door. Zelfs buiten de zeshoek, de Franse « hexagone », weet de Francofiel verwarring te zaaien. Spreken de (p.143) Duitstalige Zwitsers opeens geen Schwyzertüütsch, daar waar nooit een haan (sic) heeft gekraaid over het feit of de Duits-Zwitsers al dan niet Hoogduits zouden spreken. En dan is er Luxemburgs, maar daar komen wij later op terug. Jacqueline Cocquereaux schrijft terecht : « Het dialectiseren van allogene talen is algemene vaststelling, maar in het bijzonder in de Elzas ». (2)

Zo ook wordt de Frans-Vlaamse Westhoek in zijn taaleigen niet alleen bedreigd door van staatswege opgelegde verfransing maar eveneens door een zinloze en overbodige diglossie (Vlaams en Nederlands). Niet iedereen juicht deze gang van zaken toe. In het betrokken gebied, de Franse Nederlanden, zijn er personen en groeperingen die zich terecht zorgen maken. Zo lezen wij een uiterst intéressant artikel in « Le Courrier des Pays-Bas français », van mei 1984 (3), onder de titel «Querelles babéliques autour du Mont Cassel » (Babels Krakeel rond de Kasselberg). Wij lichten er de volgende passages uit : « Een interview in de « Indicateur des Flandres» (11/02/1984) stemt tot enige ongerustheid. De leraar « Vlaams » blijkt (?) de meest élémentaire regels van de taalkunde niet te kennen wanneer hij gewag maakt van het woord « taal » om een « dialect » te omschrijven. Op die manier beschouwt hij het Vlaams als een van het Nederlands te onderscheiden taal. Zo zou men het Picardisch of het dialect van de Berry als aparte talen kunnen beschouwen. Zo ook zouden de Québécois geen Frans meer spreken of zou hun taal geen Frans meer zijn ! » « …» « Het is overigens nuttig, en zelfs aanbevelenswaardig de buiten de school verworven kennis van het dialect aan te wenden om de cultuurtaal aan te leren. Dit zou overal op die wijze moeten gebeuren. Maar de thesis dat men een dialect wil onderrichten, dat door minder dan 100.000 (jammer genoeg, meestal pensioengerechtigde) personen wordt gesproken om « te vermijden dat men voor schoolexamens zou zakken », raakt kant nog wal ». « … ». « Welk Vlaams zal onderwezen worden ? Het Vlaams van de Duinkerkse vissers (zo er nog zijn) of het Vlaams van de hoptelers en hommelplukkers van Boeschepe ? Welke schrijfwijze zal men toepassen, aangezien ze nooit heeft bestaan. Een dialect wordt niet geschreven. Men kan er hooguit een transcriptie van maken, de uitspraak schriftelijk nabootsen ». «… » « Waar wil men heen ? Naar net Vlaanderen van het derde millennium of naar een etnografisch Meli-Park ten behoeve van Belgische en Nederlandse toeristen ? » «… » Tôt zo ver deze mening vertolkt in Le Courrier des Pays-Bas Français.

 

(p.148) De kantons Eupen, Malmédy en Sankt-Vith werden zoals bekend pas na de Eerste Wereldoorlog Belgisch grondgebied. Ze worden tevens Neubelgier (Néi-Bëlsch in het Letzeburgs) genoemd. De overige Duitstaligen uit het Montzenergebied, ten oosten van de Voerstreek en ten noorden van Eupen, de inwoners van de gemeente Buchholz (Beho) en van de streek van Aarlen (Arelerland) horen vanaf de stichting van het Koninkrijk bij België. Ze zijn de Altbelgier (Alt-Bëlsch in het Letzeburgs).

De Altbelgier/Alt-Belsch staan haast een eeuw langer onder ver-fransingsdruk dan de Meubelgier/Néi-Belsch en hun aantal is eer-der aan de geringe kant. Tot op heden hielden ze deels stand omwille van het feit dat ze meestal hun bevoikte en op landbouw afgestemde gebieden bewoonden.

Voor de kantons Eupen en Sankt-Vith geldt het Duits aïs de cultuur-en de standaardtaal. De Oostkantons grenzen overigens aan West-Duitsland. Het Montzenergebied, ook bekend aïs Platdietse streek, is administratief Franstalig met een « op papier bestaande » moge-lijke bescherming van de Duits- en Nederlandstalige minderheid. In de Belgisch-Luxemburgse gemeente Buchholz (Beho), die door de eeuwenoude Frans-Duitse taalgrens doorsneden is (het noorde-lijke gehucht Commanster is Waals, de zuidelijke gehuchten Deiffelt, Ourthe, Wattermal en de kerngemeente Buchholz Duits), wordt het Duits teruggedrongen mede door een sterke ontvolking.

 

(p.154) Besluit

 

Daar waar twee Germaanse talen (i.c. het Nederlands en het Duits) met elkaar in aanraking komen, komt er haast nooit een filologisch-wetenschappelijk dispuut bij te pas. Anders is het gesteld met de contacten met het Romaanse (lees Franse) taalgebied). De Franse hegemonisten blijken nog steeds hun « poussée vers le Nord » of « poussée vers le Rhin » niet opgegeven te hebben. Ging het vroeger gewapenderhand aan toe, heden geschiedt het door middel van handige cultuur-diplomatieke, en ook vaak intimiderende misleidingen. Taalverwarring zaaien is hier een mid­del toe. De Nederlanden, vooral de zuidelijkste Nederlanden, vormen het kwetsbaarste gebied.

 

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M.  Dobbelstein :

 

Monsieur Viroux,

 

J’ai cette fois pu ouvrir le site que vous m’avez indiqué. Les lectures étant très denses, je me suis dans un premier temps attaché à la problématique du linguistique.et vous livre ci-dessous mon témoignage. J’ai suivi le parcours : Racisme Français-antiWallons ; Français contre Wallons une réalité, L’aliénation des trois communautés linguistiques pour aboutir à Welkenraedt-Plombières.

 

Je vous livre ci-dessous mon témoignage :

Né en 1937 à Baelen-sur-vesdre j’ai donc grandi dans la région Welkenraedt-Plombières évoquée dans cette rubrique.

La commune de Baelen faisant partie de cette région, elle a donc le même vécu linguistique.

Je vous rappelle que nous étions belges depuis 1830. Géographiquement, Plombières, Gemmenich, Moresnet, Montzen, Hombourg et les Fourons sont très proches du Limbourg  hollandais tandis que Welkenraedt, Henri-Chapelle, Baelen, Membach se situaient plus près d’Eupen (ville Allemande)

Dans nos régions la langue usuelle du peuple était un patois (sic) allemand avec de fortes résonances néerlandophones. Ce patois était usité dans le triangle Cologne, Maastricht, Tongres. Certaines locutions étaient évidemment plus proches de l’allemand et d’autres proches du néerlandais.

Le 10 mai 1940, Hitler occupait la Belgique mais annexait la région germanophone qui lui avait été enlevée par le traité de Versailles . Du fait que notre région usait de ce dialecte allemand, il nous a également  incorporé à son territoire. Nous n’étions donc pas occupés comme le reste de la Belgique mais annexés.

A la libération, nos proches voisins de Dolhain-Limbourg, Verviers et autres nous assimilaient aux cantons allemands (pays rédimés). Vous pensez bien que nos autorités communales ne pouvaient accepter cette erreur, ce blâme. Pour preuve de ce faux jugement, il fallait bien évidemment éviter que les enfants parlent entre eux la langue française. C’est ainsi qu’à notre début de scolarité nous étions punis lorsque nous prononcions un mot de notre patois. L’instituteur du village a dit un jour à mon père qu’il trouvait très triste qu’à la récréation de dix heures, il avait l’impression dassister à un enterrement. Il était obligé de punir et de ce fait les enfants restaient muets plutôt que de  rire et crier. Cette anomalie n’a pas duré bien longtemps puisque des enfants de six ans apprennent très vite. Dans certaines familles du sud de mon village, on parlait déjà en français. Le patois étant surtout la langue dans les hameaux de l’est du village.

 

1898

in: Royal Club Wallon, 1898-1973, 1973, p.30

 

Nous n’obtînmes pas même l’infime concession du rétablissement de l’enseignement du catéchisme en français aux plus jeunes enfants mais nous eûmes, comme fiche de consolation, la messe du dimanche dite des Wallons, à laquelle on prêchait en français, tous les autres services divins ayant été transformés à l’allemande. Les Wallons étaient traités en étrangers dans les temples construits par leurs ancêtres.

Ainsi qu’il le déclare dans la « Germanisation de la Wallonie Prus­sienne », l’abbé Pietkin n’a cessé de consulter sa conscience en écrivant ces pages. De fait, s’il note soigneusement les événements, il ménage les personnes avec un scrupule qu’il serait difficile de pousser plus loin, et ne les désigne que là, où c’est absolument nécessaire pour la compréhension du récit. Dans le chapitre de la Germanisation du culte plus particulièrement apparaît à ceux qui furent les témoins attentifs des faits, la grande charité de l’auteur profondément chrétien. C’est en vain, en effet, qu’on y cher­cherait un mot amer à l’adresse de ceux de ses confrères allemands qui le blessèrent et le firent souffrir indiciblement dans son âme de Wallon et de prêtre catholique.

 

Ce parfait Prussien, qui se plongea pendant toute la guerre dans la paix profonde et les fauteuils-clubs du Gouvernement de Bruxelles, eut le dépit de voir les présidents de la Province Rhénane et de- la Régence d’Aix-la-Chapelle se faire représenter par des sous-ordres à l’inauguration de son monument théâtral et de série.

M. Kaufmann méritait mieux. N’était-ce pas sous son « règne » que les élèves wallons des écoles communales furent obligés d’écrire les noms géographiques et leur nom propre de petits Wallons en gothique et encore de renoncer à l’usage du français, et même du wallon, dans la cour de récréation et sur le chemin de l’école ?

Vive la France !

Les articles de folklore malmédien dans « Wallonia » avaient entamé déjà la muraille de Chine qui séparait les esprits wallons des deux côtés de la frontière politique imaginée par le Congrès de Vienne. L’étude de l’abbé Pietkin y fit une large brèche et les attentions et la sollicitude des Wallons liégeois à l’égard des Wallons malmédiens affluèrent en torrents impétueux.

Le  21   juin   1905,   M.   Maurice   Wilmotte,   professeur   à   l’Université   de Liège, écrivait à Henri Bragard : Monsieur,

 

Ce mot vous parvient un peu tard, pas trop tard j’espère, puisque les faits auxquels il se rapporte reposent encore dans un avenir dont dix grosses semaines nous séparent. Dans dix semaines, ou plus exac­tement le 13 septembre prochain, un long cortège de savants et d’écrivains, parmi lesquels des membres de l’Académie Française, des membres de l’Institut, des artistes et des hommes de lettres éminents, se rendra à Malmedy, comme vous l’apprendra la circulaire ci-jointe. M. Delaite et M. Colson, qui ont été, dès le début, parmi nos collabora­teurs, ont pensé qu’il était convenable d’aviser le Club wallon de là-bas.

 

Aujourd’hui on peut s’étonner des termes prudents de l’invitation, comme aussi du fait que le Club l’avait adressée, entre autres, à des intellectuels allemands, professeurs, fonctionnaires et membres du cierge. C’est qu’on ne sait pas, ou qu’on ne sait plus ce que représentait un Kgl. Preuss. Landrat et qu’on ne soupçonne pas la somme de pouvoir qu’il détenait. Autocrate absolu dans l’étendue de son district, ce fonctionnaire décidait souveraine­ment non seulement des affaires militaires de ses administrés, mais encore des charges d’impôts, des patentes de débits de boisson et de trente-six autres choses, des commissions ne lui étaient adjointes que pour dire amen. Enfin il était le chef d’une gendarmerie marchant au doigt et à l’œil.

Que serait-il advenu de la réception si le Club n’avait exercé cette belle qualité gauloise qu’on appelle le bon sens et qui n’çst, en somme, que le sens de la mesure ? On se le dira bien lorsqu’on saura que, malgré tout, non seulement les invités allemands, mais encore la grosse partie des Wallons se défilèrent. De la bonne centaine d’invités, ne souscrivirent au déjeuner offert aux congressistes et servi dans le jardin Sutter par l’Hôtel de l’Europe, et ne prirent part à la réception, en dehors des membres actifs du Club résidant à Malmedy, Henri Bragard, président ; Dr Schroeder, vice-président ; Ed. Leloup, secrétaire-trésorier ; Hipp. Jacob, Henri Dehez, Ol. Lebierre, Aug. Waty, Clém. Gérard, que les membres inactifs et invités suivants (je cite dans l’ordre des souscriptions) : Nie. Bruis, Fern. Bindels, Arm. Marchai, Jos. Marchai, Alfred Bindels, Laurent Renard (de Liège), Hubert Waty-Nagant, Hubert Cunibert, Joseph Waty-Roeder, Henri Laloire, Franz Dester, docteur Bragard, Jules Van der Maessen, Jos. Scheuren, Jos. Villers, Emile Kinon, Cl. Müller-Scius, Louis Charlier, François Piette, Victor Libert, Jos. Antoine.

A la réunion préparatoire du 1er septembre, M. Max Piette, directeur de la Fraternité, proposa de s’adjoindre les deux sociétés musicales et MM. François Piette et Dr Bragard voulurent qu’on invitât la population à pavoiser. L’une et l’autre propositions furent rejetées par le Club organisateur qui désirait ne pas compromettre ses hôtes par une manifestation intempestive, qui eût été, du reste, un coup de sabre dans l’eau, comme le sont la plupart des manifestations à flon-flon. D’autre part, il ne voulait pas laisser à ses adversaires même l’ombre d’un prétexte qui justifiât leur action anti-wallonne.

Il y avait encore une autre raison. Le Club savait pertinemment que, dans les sphères administratives, il avait été sérieusement question sinon d’empêcher la visite, c’eût été trop fort de tabac, même pour un Landrat prussien, du moins d’interdire la réception. On évita de se donner ce ridicule, mais le bourgmestre de Malmedy fut empêché de recevoir les congressistes à l’Hôtel de ville, ainsi que les conseillers communaux eussent voulu qu’il fût. fait. Par contre, nos agents de police, ce jour-là, se firent beaux. Ils avaient sorti leur plus bel uniforme et le casque à pointe astiqué des grands jours. Ce fut le salut prussien à la France souriante.

Pour le reste, tout se passa le mieux du monde et LA SEMAINE et L’ORGANE DE MALMEDY purent donner, le samedi suivant, des comptes rendus enthousiastes de la fête. Afin de ne pas abuser de l’espace qui m’est réservé, je me permets de renvoyer à ces comptes rendus de même qu’à la brochurette <• Mon clocher » que le Club édita pour la circonstance et qui contient le discours de bienvenue prononcé par le Dr Schroeder et les poésies débitées par fré Matî, au déjeuner.

J’ajouterai simplement que l’initiative du Club Wallon valut à Malmedy une publicité inattendue car la plupart des journaux belges et nombre de journaux français, entre autres le JOURNAL DES DEBATS, consacrèrent des colonnes entières à la charmante petite ville wallonne de Prusse, dont un des congressistes, le professeur à l’Université d’Odessa, M. Novicow, prétendait mordicus qu’elle est mal nommée, que ce n’est pas Malmedy mais Bienmedy qu’il faut l’appeler.

Je ne puis cependant mettre le point à ce chapitre sans dire l’écho qu’eut l’événement dans la presse allemande.. Il ne nous fut pas défavorable, au contraire. Voici ce qu’écrit, par exemple, la KÖLNISCHE VOLKSZEITUNG du 28 septembre :

« Le but des congressistes était simplement de voir le pays et ses gens qui, en Allemagne, parlent un dialecte parent du français. C’est pourquoi le Club Wallon s’était chargé de la réception dont il s’acquitta avec tact. La réception se composa d’un discours de bienvenue prononcé par le Dr Schroeder, d’un déjeuner dans un jardin particulier au cours duquel le président du Club, le lauréat des Jeux floraux de Cologne (1), Henri Bragard, récita quelques poésies en wallon. Les hôtes étrangers n’avaient rien attendu de plus ; ils acceptèrent d’un cœur ouvert ce qui leur avait été offert et le professeur Wilmotte, de Liège, et le professeur Novikow, d’Odessa, présentèrent au Club Wallon les-remerciements de l’assemblée. Jamais sans doute Malmedy n’a réuni dans ses murs une société aussi cosmopolite. Il y avait là des représentants de Liège, de Bruxelles, de Paris, de Tunis, d’Algérie, de Lausanne, de La Haye, de Groningue, d’Odessa, d’Upsala et autres. Du reste, il est à remarquer

 

(1)   Prix du   Félibrige  latin  de  Montpellier.

 

que  le Club Wallon  n’est  pas une  association  politique et  n’a d’autre

but que la culture du wallon. Ce que Mistral et ses Félibres firent pour

le provençal, le Club tend à le faire pour le wallon ».

Ainsi le Club Wallon, un jour qu’il clama la fraternité de tous les Wallons   et son  amour de  la  France,  mettant  en  évidence  les couleurs  belges et françaises,   obtint   le   « satisfecit »   de   l’opinion   publique   allemande   et   le désaveu  tacite  de  la  haine  à  froid   que   les  germanisateurs  vouaient  aux Wallons malmédiens.

Et vive nos-autes !

La Ligue Wallonne de Liège avait organisé pour les 30 septembre, 1 et 2 octobre de cette même année de 1905, l’année de l’Exposition Universelle de Liège, le premier Congrès wallon qui eut une réelle importance.

Patronné par le Gouvernement et par la ville de Liège, le Congrès réunit plus de 500 adhérents de toutes les contrées de Wallonie. Il tint ses assises dans les locaux de l’Université sous la présidence effective de M. Julien Delaite et sous la présidence d’honneur de M. Emile Dupont, vice-président du Sénat.

Y ayant été invité à titre personnel, « fré Matî » en avisa le « Club Wallon » qui le chargea de parler en son nom.

Le fait de la présence d’un Wallon malmédien à ce Congrès fut signalé par la presse allemande qui s’exclama pleine d’hypocrite candeur : « Allons-nous enfin savoir ce que veulent les Wallons ».

La réponse des Wallons de Belgique lui fut donnée par M. Delaite dans    ‘ son   discours   inaugural.  Ayant  déclaré   que   les  Wallons   entendaient  vivre dans l’union harmonieuse avec les Flamands sous l’égide de la Belgique, il souligna   la  répercussion   que  trouvaient   les  visées  flamingantes  chez   les pangermanistes d’Allemagne et il  ajouta :

« Certes, nous avons, nous, de fraternelles sympathies pour la France ;

s’il nous fallait choisir, mille fois Français plutôt qu’Allemands ; mais nous sommes   Belges  et  nous  entendons   le   rester.   Nous  ne  sommes  pas

hostiles à nos voisins de l’Est dont nous admirons la force réalisatrice,

mais notre tendresse intime va à l’âme sœur, vers laquelle nous appelle

la voix du sang, à la France, à la grande  initiatrice de lumière et de

beauté ! »

Le délégué du Club Wallon, qui avait été appelé à siéger au bureau, parlant à dessein en wallon afin d’y affirmer devant tous la wallonité de Malmedy, prononça l’allocution suivante :

« Mes  binâmes djints,  si,  à  m’toûr,  dju   m’kasârdèye  du   lever  m’Iinwe

voici, après lès bês djâseurs quu vos v’noz d’ôre, çu n’est qu’p’one pitite

houbonde…  lu timps du v’vûdi m’coûr.

Mais dvant tôt,  lèyoz-m’ m’aqwiter dol comission quu  m’ont fait fé

mes camarades du  Mâm’dî.

Acceptez,  Walons  rassonlés voci  du  totes  lès  cwanes du vost-ureûse

Belgique,  lu  vigreus  Diè-wâde  quu  vs-avoèt,  do  l’aute  des  costés  dol

frontière, lès Walons dol Prusse — vos frères. Lu song est rodje dit-st-on. Ciètes,  nos  l’avans  todis  crèyou,   mais   mâye  nos  n’ l’ avans  si   bin

sintou  quu  dièrènn’mint,  qwând  les  Lîjwas,  nos  aminant one flohe  de

mimbe do Congrès français, ont vni rnokî, avou lès Mâm’diens, lès loyins

d’one vîhe camaradîhe.

Et, awireus et fîrs d’esse comme vos autes éco « todis Walons », nos

Isi avans dit cou qu’voci dj’rèpète bin haut : Frés, nos nos sintans todis

vos frés !

Lès bês djoûrs sont hâtes tofère : cila a passé corne one aloumîre. Mais si fout court, trop court à nosse manîre, lu sov’nance quu nos

è wârdans durrèt ottant qu’nos autes.

Todis   èle   nos   ravigorrè,   èle   nos   èscorèdjerè   à   stram’ter   et   à

 

Le commissaire d’arrondissement dévoile alors le monument qui était recouvert du drapeau national, et la fanfare exécute la Brabançonne.

La cérémonie imposante est terminée. En cortège, les participants se rendent à l’Hôtel de Botrange où l’Administration communale offre le vin d’honneur, séance agrémentée par des exécutions du « Cercle Mandoliniste », sous la direction de M. Henri Schmitz.

Et pour terminer, rappelons cette recommandation venant de l’abbé Piet-kin lui-même :

Ossu, bons vis Mâm’diyins, Sèyans larmes et s’ tunans bon ; Nu r’noyans mâye nos parints Et djâsans todl walon !

 

R. R.

 

1919

Ministère de l’Intérieur
Ministerie van Binnenlandsche zaken

Administration des Affaires Électorales et de la Statistique Générale
Beheer van Kieszaken en Algemene Statistiek

Arrêté royal attribuant une dénomination nouvelle à un hameau
Koninklijk besluit eene nieuwe benaming aan een gehucht toekennende.

ALBERT, Roi des Belges,
A tous, présents et à venir, SALUT.

ALBERT, Koning der Belgen,
Aan allen, tegenwoordigen en toekomenden, HEIL.

Vu la requête par laquelle des habitants du hameau de Bleyberg, dépendant des communes de Gemmenich, de Hombourg et de Montzen, demandent que le nom de Bleyberg soit remplacé par une dénomination française;

Gezien het verzoekschrift waarbij inwoners van het gehucht Bleyberg, hetwelk afhangt van de gemeenten Gemmenich, Homburg en Montzen, vragen om den naam Bleyberg te doen vervangen door een Fransche benaming;

Vu les avis des conseils communaux intéressés;
Vu l’avis de la députation permanente du conseil provincial de Liège;
Attendu que la demande est basée sur des considérations d’ordre patriotique;
Considérant que la modification demandée n’est pas de nature à susciter des inconvénients administratifs sérieux;

Gezien de adviezen van de betrokken gemeenteraden;
Gezien het advies van de bestendige deputatie des provincieraads van Luik;
Aangezien de vraag berust op beweeggronden van vaderlandschen aard;
Overwegende dat de gevraagde wijziging niet van aard is gewichtige bestuurlijke ongemakken te verwekken;

Sur la proposition de Notre Ministre de l’Intérieur,
Nous avons arrêté et arrêtons:

Op voorstel van Onzen Minister van Binnenlandsche Zaken,
Wij hebben besloten en wij besluiten:

  • Article 1er. La dénomination de Plombières est attribuée au hameau de Bleyberg.
  • Art. 2. Notre Ministre de l’Intérieur est chargé de l’exécution du présent arrêté.
  • Artikel 1. De benaming Plombières wordt verleend aan het gehucht Bleyberg.
  • Art. 2. Onze Minister van Binnenlandsche Zaken is belast met de uitvoering van dit besluit.

Donné à Bruxelles, le 20 septembre 1919.
ALBERT.
Par le Roi:
Le Ministre de l’Intérieur,
Baron DE BROQUEVILLE

Gegeven te Brussel, den 20n September 1919.
ALBERT.
Van ‘s Konings wege:
De Minister van Binnenlandsche Zaken,
Baron DE BROQUEVILLE

Stefane

 

1920s

De gouverneur Baltia, in : Blikopener 8, 1977,  p.118

 

Duits recht

 

Bij gebrek aan Duitse teksten van het Belgische recht bleef in dit gebied het Duitse recht nog lang gelden. Zodra een gedeelte van het Belgische recht vertaald geraakte, werd het van kracht, na een publikatie ervan in een soort plaatselijk staatsblad, het Amtsblatt Malmédy-Eupen, dat in het Frans en in het Duits verscheen. Het Frans had de voorrang. Bij betwistingen had enkel de Franse tekst rechtskracht. Dit blad verdween na de Tweede Wereld-oorlog.

Ook de organisatie van het gerecht bleef lang overwegend Frans. Dit leidde tot in 1976 tot problemen. Toen stond een Duitstalige Belgische vrouw uit Eupen terecht voor het assisenhof te Luik, wegens moord op haar man. Niemand uit deze streek had het ooit zo ver gebracht, wat pleit voor het vredelievende karakter van de Duits­talige Belgen. De regering moest echter met rode kaken vaststellen dat er op dit hoge vlak nog geen Duitstalige rechtspleging bestond. De beschuldigde koos wel voor een rechtspraak in het Frans, waarbij zij door een tolk werd bijgestaan.

Een zo storende ongelijkheid wordt echter in ons land door niemand meer aanvaard, zeker niet meer door de Duitstalige Belgen. Die zijn nu wel degelijk politiek bewust geworden. De regering maakte dan ook snel een ontwerp klaar, waardoor Duitstalige rechters bij het hof van assisen te Luik benoemd kunnen worden. Generaal Baltia had in zijn tijd wel andere din-gen om het hoofd.

 

onderwijs

Baltia legde ook de basis voor een andere discussie, waar Duitstalig Bel-giè nu nog mee zit: de tweetaligheid in het onderwijs. Hij besliste dat in de Duitstalige kantons Eupen en Sankt-Vith het onderwijs gedeeltelijk in het Duits en gedeeltelijk in het Frans ge-

geven zou worden. Dit is nu nog zo, vooral in het secundair onderwijs. Daar krijgen de leerlingen b.v. schei-kunde in het Frans, en meteen daarna meetkunde in het Duits. Het hangt bovendien allemaal af van de taal-kennis van de leraar die toevallig voor zo een vak wordt benoemd. Over deze tweetaligheid in het onder­wijs zijn de Duitstalige Belgen overigens zelf scherp verdeeld. Een onder-zoek wees uit dat de meerderheid van de ouders het bij het Frans-Duitse systeem wil houden. De leraars zelf, de directies en een minderheid van ouders meent dat er andere wijzen bestaan om Frans te leren dan via lessen scheikunde. Bij de ouders schuilt hier ongetwijfeld het harde beginsel in, hun door meer dan een kwart eeuw Belgische geschiedenis ingehamerd: carrière maken kan enkel in het Frans. Dat was ook zo. Pas de jongste jaren krijgen ook Duitstalige ambtenaren kansen op promotie.

 

1923

in: Eupen-Malmédy et son gouverneur, Mémorial publié à l’occasion de la Manifestation organisée en l’honneur du Lt-Gén. Baron Baltia, le 28 octobre 1923

 

L’Enseignement

 

(p.84) Le nouveau régime a créé une trentaine de nouvelles classes, dont une école française à Eupen et une section française à Herbesthal. L’école française installée au camp d’Elsenborn en octobre 1921 a dû être supprimée en 1923, l’expérience ayant démontré qu’elle n’était pas viable.

 

Unterrichtswesen

 

(S.85) Unter der neuen Verwaltung sind ungefähr 30 neue Klassen geschaffen worden, darunter eine französische Schule in Eupen und eine französische Abteilung in Herbesthal. Die im Oktober 1921 im Lagervon Elsenborn eingerichete Schule hat 1923 aufgehoben werden müssen, nachdem die gemachten Erfahrungen gezeigt hatten, dass sie nicht lebensfähig war.

 

Organisation   des   études

(p.88)

(…) Un autre changement radical qui date du premier jour du gouvernement belge en pays rédimé, c’est le régime des langues : dans toutes les écoles, on apprend le français et l’allemand; le français est enseigné comme première langue dans la région wallonne, l’alle­mand dans la région allemande. De plus, dans toutes les écoles de langue allemande où la chose est possible, — en d’autres termes, où le personnel est assez nombreux, — deux cours du degré supérieur, la géographie et les mathématiques, sont donnés en français. Le quatrième degré, qui comporte tout un outillage spécial, n’a pu être organisé jusqu’ici que dans quelques localités ; dans les nombreuses écoles où tout l’enseignement est confié à une ou à deux personnes, on ne peut évidemment y songer.

 

ORGANISATION DES UNTERRICHTS

 

(p.91) Eine andere durchgreifende Aenderung wurde mit dem ersten Tage der belgischen Verwaltung in den befreiten Gebieten in Bezug auf die Sprachenfrage getroffen. In allen Schulen lernen die Kinder die französische und die deutsche Sprache. In den Schulen des wallonischen Landstrichs ist Französisch die Hauptsprache, in den Schulen der Ortschaften deutscher Sprache, Deutsch. Ausserdem wird in allen Schulen deutscher Sprache, wo dies durchfiihrbar ist, d. h. wo das Lehrpersonal zahlreich genug ist, auf der Oberstufe der Unterricht in Erdkunde und Mathematik in französischer Sprache erteilt. Die 4. Stufe, deren Einführung besondere Einrichtungen notwendig macht, hat bis jetzt erst in einigen Ortschaften geschaffen werden kônnen. In den vielen Schulen, wo der gesamte Unterricht von einer oder von zwei Personen erteilt werden muss, ist natilrlich die Errichtung der 4. Stufe unmöglich.

 

1970s

check

DE PLATDIETSE STREEK VOORGOED VERLOREN ?, in: Voeren, s.d., p.14

Om de P(arti) C(hrétien) geen pijn te doen heeft men de streek van Montzen en Balen niet binnen de Vlaamse grenzen gebracht. Daar heeft genoemde partij immers een goede stemmenreserve. Deze streek, die dezelfde taal spreekt als wij en het aangrenzende Nederlands gebied is als een stukje Limburg-buiten-Limburg gebleven. Twintigduizend inwoners !

Voar altijd ? Blijft Vlaanderen dat toelaten ?

Zal men eerst de zaak zover laten komen als Frans-Vlaanderen ?

Vergeten we echter niet dat er een tijd is geweest dat ongeveer iedereen de hoop had opgegeven dat er ooit nog iets van de Voerstreek zou terecht komen.

E’n kijk nu eens . . .

In deze donkere tijd voor de Platdietse streek moeten we blijven hopen, wij en diegenen daarginds, die niet mogen spreken …

 

1980s

Ch. T., Deutschsprachige Belgier, in: P.P?, s.d., p.(…)

 

Il est juste de signaler que, de notre côté de la frontière, se poursuit parallèlement une sournoise francisation de nos communes alémaniques. Cela se fait automatiquement, en somme, par les biais de l’enseignement, de l’administration, de l’éco­nomie. Tel est ce pénible XIX » siècle, qui prétend à tout prix faire coïncider l’ethnie, la langue, la cul­ture et la nationalité. Il est à remarquer que, depuis, nous n’avons vraiment rien appris…                         

 

1990s

www.carrefour.be

 

Les odieux propos de Jean-Luc Dehaene ! Georges Clerfayt

 

(…) 65.000 Germanophones

 

Il suffit de dire que les 65.000 germanophones qui vivent sur le sol wallon (sic) ont droit à la reconnaissance de leur identité culturelle au point d’être représentés par une communauté, des ministres, de disposer d’un budget etc… alors que les 120.000 francophones qui se trouvent sur le sol flamand…. C’est un argument qui coincent mes collègues flamands.

 

G.D.

 

1992

Le temps de Noël, Tradition wallonne, Liège, 1992

 

Les quêtes de l’Epiphanie en province de Liège

 

(p.93)  – Membach (Baelen) : Le 6 janvier, sur­tout en soirée, les enfants viennent sonner aux portes pour recevoir des galettes, des friandises et de l’argent. Ils sont déguisés en Rois. Ils portent barbes et couronnes. Deux sont blancs, le visage du troisième est noirci. Une douzaine de groupes circulent. Ils entonnent « Melchior et Balthasar…», en français. Avant la deuxième guerre mon­diale, le répertoire était plus fourni.  On chantait en allemand et en patois germani­que (133).

 

1998

B. Lg., La Calamine / Tournoi et grammaire – Rencontre des langues et parlers en région multilingue, LS 02/11/1998

 

Dans cette enclave multiculturelle de l’est de la Belgique, « entre eux, les garçons parlaient exclusivement le platdütsch régional, les filles le plus souvent l’allemand, les enseignants s’entretenaient toujours en français. »

 

Jadis, Aubel était la seule commune quadrilingue de Belgique.

 

2000s

« Les Beaux Spectacles Français » / Société Royale

 

manifestation organisée avec l’aide de la Communauté française

cf www.bsfeupen.be

 

2000s

Filmtheater Corso / Sankt Vith, in: Kurier, Eupen

 

Exploration du monde (Live-Kommentar in frz. Sprache)

 

2001

Racisme francophone au cours de français

 

M. Pulejo, Des Hottentots et des kangourous, cours de français – Mme Kupper – 3e G / INDSE – Bastogne 2001

 

La langue allemande est relativement facile. Ceux qui connaissent le latin et sont habitués aux déclinaisons l’apprennent en un clin d’oeil. C’est ce que les profs d’ allemand vous disent à la première leçon. Et vous commencez à etudier der, des, den, den, die, der, die, etc… C’est très

simple.

 

Quand on a bien étudié, on prend en main un livre allemand; c’est un ouvrage magnifique, relié en toile, publié à Leipzig et traitant des usages et coutumes des Hottentots (Hottentotten!).

On y apprend que chez ce peuple, les kangourous (Beutelratten) sont très nombreux et qu’on les capture et renferme dans des cages (Kotter) munies de couvercles (Lattengitter)pour protéger les animaux des intemperies. Ces cages sont appelées en allemand Lattengitterkotter et donc les kangourous qui y sont enfermés sont denommés Lattengitterkotterbeutelratten.

 

Un jour, ces Hottentots arrêtent un assassin (Attentäter) ayant tué une mère Hottentote (Hottentottenmutter) qui avait deux qui avait deux enfants idiots et balbutiants (Stottertrottel).

En allemand, cette mère est appelee Hottentottenstottertrottelmutter et son assassin Hottentottenstottertrottelmutterattentäter.

 

On enferme l’assassin dans une cage à kangourous (Beutelrattenlattengittenkotter) d’où il réussit à s’échapper.

 

Mais, bientôt, il est rattrapé par un guerrier Hottentot qui se présente à son chef et lui annonce: « J’ai capturé l’assassin ».

 

 – » Lequel » ? demande le chef.

 -« L’ Attentäterlattengittenkotterbeutelratte » balbutie le guerrier.

 -« Oui, mais il y en a plusieurs » répond le chef.

 – Et le guerrier avec peine : « c’ est l’Hottentottenstottertrottelmutterattentäter » .

 -« Diantre » s’écrie le chef, « t’aurais pas pu dire tout de suite que c’était l’Hottentottenstottertrottemutterattentaterlattengittenkotterbeutelratten. . .

 

Comme on le voit, l’allemand n’est pas trop difficile, il suffit d’ un peu d’application!

 

2002

Charly Dodet, REGION WALLONNE – Dialogue difficile avec les germanophones , VA 28/09/2002

 

Transfert de compétences

La Région wallonne veut surtout jouer un rôle de rapprochement, bien que Van Cau reconnaisse que « l’administration wallonne doit faire des efforts pour s’adresser aux germanophones dans leur langue… »

Y aurait-il un nouveau conflit communautaire et linguistique en perspective pour les Wallons ?

 

2002

Emmanuel Remion (Malmedy), in: Le Vif 18/10/2002

 

J’ai lu votre dossier sur la Communauté germanophone de Belgique et je ne puis vous assurer que d’une chose : les germanophones sont les plus Belges des Belges. Ils n’aiment pas les Allemands et ne tiennent pas du tout à redevenir allemands une fois de plus. Les portraits des rois Baudouin et Albert et des reines figurent en bonne place dans presque tous les foyers, ce qui n’est pas le cas chez les Wallons. Si le PDB a été constitué, c’est parce que le reste du pays ne s’est pas occupé suffisamment auparavant de cette communauté.

Je me souviens qu’en 1972, lorsque je me suis installé comme expert auto à Malmedy, un bureau liégeois m’a de­mandé de procéder à des expertises dans la région. Comme il ne disposait d’aucun PV ni de lettres types en allemand, je lui ai demandé de faire un effort. La réponse fut : « Ce n’est qu’une minorité ! » J’ai aussitôt arrêté ma collaboration avec ce bureau. L’autocollant DG de Monsieur Lambertz ? Tous les amis germanophones auxquels j’en ai parlé ne veulent pas en entendre parler, ni l’afficher à l’arrière de leur voiture !

 

2002

Institutions – Van Cau au parlement – Injustifiées, les demandes germanophones, VA 19/09/2002

 

Le ministre-président de la Région wallonne maintient sa conduite à l’égard des revendications de la Communauté germanophone : rien ne justifie les transferts de compétence qu’elle revendique.

 

2002

La minorité germanophone (sic) veut se faire entendre, LB 06/12/2002

 

Le sénateur Jean-Marie Happart (PS) a soulevé la question de la minorité francophone de la Communauté germanophone, qui se pose notamment en matière d’enseignement.

 

2003

Concours / Devenir Miss francophone, cela vous tente?, AL 13/11/2003

 

Suivant la présidente du comité organisateur, Marie-Noële Lacasse, il faut « avoir entre 18 et 23 ans, être belge, célibataire et habiter une des provinces francophones du pays. Un clin d’œil aussi aux jeunes germanophones de la province de Liège. »

www.missbelgiquefrancophone.be

 

2008

Jean-Paul Duchâteau, L’injure faite à ‘leur’ députée, LB 23/01/2008

 

» Les étudiantes / Charlotte N, de Baelen, Charlotte L., de l’Ecole Père Damien d’Eupen / jugent inadmissible que MmeLizin a traité de « nazi » une députée germanophone.

Inacceptable pour un responsable politique.

 

Choquées, nos deux étudiantes, par l’agression verbale dont a été vic­time la députée régio­nale germanophone Monika De­thier Neumann de la part de la bourgmestre de Huy, Anne-Ma­rie Lizin. Cette dernière n’était manifestement pas contente d’avoir été l’objet d’une interpel­lation par la députée au Parle­ment wallon et elle l’a apostro­phée en utilisant de terme de « punaise ». Et comme Monika Dethier Neumann lui deman­dait la signification précise de ce mot, elle entendit une explica­tion dans laquelle figurait l’ex­pression « un peu nazi ». Ce que conteste Mme Lizin.                      

 

Inacceptable

 

« C’est inadmissible, réagit Charlotte N. pour qui c’est une attaque contre toute la commu­nauté germanophone. » Et d’ex­pliquer que dans les tournois de sports, « quand on joue con­tre des francophones, rien qu’à nous entendre parler, ils nous ‘ traitent de boches, de nazis ou , de schleus ». Et elle ajoute : « Chez des ados qui ne sont pas informés et qui ne savent pas de quoi ils parlent, on peut en­core accepter, mais d’une res­ponsable politique qui a des c’est fonctions   importantes, inacceptable. »

Apparemment, ce genre d’in­cidents serait moins fréquent avec les Flamands. Parce que, explique Charlotte F., « il y a une plus grande proximité entre le néerlandais et l’allemand ». Enfin, conclut son amie, « quand on est francophone en communauté germanophone, il faut aussi faire l’effort de parler l’alle­mand, si on veut bien s’intégrer. »

 

2008

Les métaphores liziniennes (suite), LB 19/01/2008

 

LA DERNIÈRE VICTIME présumée des incartades verbales d’Anne-Marie Lizin n’a pas eu droit à des excuses vendredi. Sur les ondes de la RTBF et de Bel-RTL notamment, la pétulante bourgmestre de Huy a nié purement et simplement avoir traité de « punaise »et de « petit nazi » la députée écolo germanophone Monika Dethier-Neumann, qui avait eu l’audace insoutenable d’interpeller le ministre Courard sur le suivi de l’affaire des tracts hutois.                                                                

Contactée par nos soins hier, la parlementaire verte, qui a décidé de porter plainte pour propos racistes, maintient strictement sa version des faits. « Elle dit que la discussion avait eu lieu en allemand. Ce n’est pas vrai, je ne demanderais jamais des explications sur une insulte dans ma langue », explique-t-elle.

On notera aussi que si elle a déclaré ne pas avoir utilisé le mot « nazi », la terrible mayoresse concéderait tout de même avoir parlé de méthodes qui rappellent des régimes d’avant-guerre. En somme, le mot n’y était pas, mais bien la métaphore, outrancière évidemment Ce ne sera pas pour étonner ceux qui ont entendu, au Conseil communal de mercredi soir, le conseiller PS Pierre Tilkin comparer l’échevine dissidente Micheline Toussaint., aux ‘ collaborateurs sous l’occupation. •

 

2009

M.N. (Auvelais), Scandaleux, in : LSM 01/01/2009

 

Né d’une mère belge et d’un père allemand, vi­vant en Belgique depuis l’âge de 3 ans, je suis ama­teur de beau football. Je suis supporter du Sportmg de Charleroi et du Bayern Mûnchen. Le Standard faisant une saison européenne magique et ayant de nombreux collègues liégeois, je me suis empressé d’aller voir le match Stuttgart/Standard. Quels ne furent pas mon mécontentement et ma frustration d’entendre des propos racistes de la part des Belges vis-à-vis des Allemands tout au long de la rencon­tre ! Alors que l’heure est à la compréhension de l’au­tre et des coutumes lointaines, je trouve scandaleux de voir pareils propos attisés par les médias pour une guerre qui a eu lieu il y a plus de sokante ans. Sur­tout que le roi des Belges est d’origine allemande !

 

2016

25/10/2016 FB

 

Falco-hirato de Jolinar Il y a bien longtemps que je comprend les flamands étant germanophone j’ai vécu dans les années 70 la mentalité wallonne ou tout les germanophones étaient d’office des bochs et que les wallons refusaient par exemple les panneaux en langue allemande, ceux-ci étaient de suite surfacer de couleur noir et leur cris « wallon todi ».
Il faut vraiment croire qu’ils leur manque des neurones à ces socialos-walbaniens.